Bismarckturm Sternwarte Remscheid

Bismarckturm Sternwarte Remscheid
Bismarckturm, 42853 Remscheid

Donnerstags (1. und 3. des Monats) 20:00 – 21:30 Uhr Offener Abend
Sonntags (bei trockenem Wetter) 15:00 – 16:30 Uhr Sonnenbeobachtung Oktober bis Juni
15:30 – 17:00 Uhr Sonnenbeobachtung Juli bis September
Samstags (nach Sonnenuntergang) Sternwanderungen um den Neumondtermin
Freitags 19:30 Uhr Vorträge in der Sternwarte

frei
Um Spenden wird gebeten

Am Schützenplatz

Der Bismarckturm

Noch zu Lebzeiten von Otto von Bismarck regte der Remscheider Verschönerungsverein 1896 den Bau des Bismarckturms an. Als Standort kam der höchste Punkt der städtischen Anlagen in Frage, da dieses Grundstück Eigentum des Vereins war.

Zur Verwirklichung dieses Plans wurde für alle deutschen Architekten bereits 1897 ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Den ersten Preis (in Höhe von 300 Mark) von 195 eingereichten Entwürfen erhielt wegen seiner – laut Preisgericht – „in jeder Beziehung anerkennenswerten Lösung“ der Entwurf mit dem Kennwort „Dem Reichsschmied“, dessen Verfasser die Architekten Friedrich Pützer in Darmstadt und Hermann Jansen in Aachen waren. Die Baukosten betrugen 43.000 Mark, von denen 33.000 Mark durch Spenden gedeckt waren. Die übrigen Kosten wurden von der Stadt Remscheid übernommen – mit der Bedingung, dass der fertige Turm in das Eigentum der Stadt überging. Gebaut wurde der Turm aus Ruhrsandstein (Erker, Gesimse, Wappen, Galerien und Fenstereinfassungen) sowie Grauwacke, die aus einem benachbarten Steinbruch gewonnen wurde.

Der aufwändig gestaltete Turm besticht durch das große Rundbogenportal im neoromanischen Stil mit dem Bismarckrelief. Auf dem ehemals pyramidenförmigen Dach war ein Bronzeadler angebracht. Die Befeuerung mittels Pech erfolgte in zwei großen eisernen Feuerbecken, die an den Türen der zu beiden Seiten flankierenden halbkreisförmigen Mauer (Pergola) aufgestellt waren.

Über dem Eingang wurde ein Bismarck-Relief angebracht, rechts daneben ein Wappen der Stadt Remscheid – beide angefertigt von Bildhauer Johann Müller in Aachen.

Die Sternwarte

Schon 1949 kamen Interessierte um den Physiklehrer Hans Schäfer zur astronomischen Arbeitsgemeinschaft zusammen. Das Programm bestand aus Vorträgen und Beobachtungen durch mobile Fernrohre.  Schnell wurde klar das in Remscheid eine richtige Sternwarte fehlte. Als ihr Domizil wurde nach Verhandlungen mit der Stadt der kriegsbeschädigte Bismarckturm im Stadtpark ausgewählt. Die Bauarbeiten dauerten von 1963 bis 1968.

Seit dem 3. Oktober 1968 gibt es in Remscheid die Volkssternwarte, die die astronomische Volksbildung zum Ziel hat. Seither liefen unzählige Vorträge, über 60.000 Remscheider und auswärtige Gäste bewunderten den Sternhimmel und zahlreiche Gruppen (Vereine, Schulen, Familien) ließen sich in die Astronomie einführen. Remscheid erlebte seit 1952 mehrere Ausstellungen mit astronomischem Hintergrund. Auch der Blick über die Stadtgrenzen gehört dazu, denn Remscheider Astronomen besuch(t)en Ausstellungen, Tagungen sowie astronomische Institute wie das Radioteleskop Effelsberg. Und Remscheider genießen den Sternhimmel oder die verdunkelte Sonne in verschiedenen Gegenden der Erde.

Die Fernrohre der Volkssternwarte

Die Volkssternwarte Remscheid verfügt über zwei Linsenfernrohre auf einer stabilen deutschen Montierung. Unser Hauptfernrohr mit einem Objektivdurchmesser von 21 cm und 2,5 m Brennweite wurde um das Jahr 1887 von der Firma Reinfelder&Hertel hergestellt. Ein Motor führt die Teleskope der Bewegung der Sterne nach. Okulare ermöglichen Vergrößerungen von 25- bis 278fach. Spezialfilter, die uns die Sonne im Licht der Wasserstoffatome zeigen, lassen die gefahrlose Beobachtung von Sonnenflecken und -gasausbrüchen zu. Die nebenstehende Abblidung zeigt das Fernrohr mit Sonnenfilteraussatz.

Tipps der Redaktion

Besuchen Sie doch auch mal das etwa drei Kilometer entfernte Museum Haus Cleff mit dem benachbarten Werkzeugmuseum. Das etwa zehn Kilometer entfernte Deutsche Röntgen-Museum ist ebenfalls einen Ausflug wert. Falls Sie mehr über Remscheid erfahren möchten, dann schauen Sie doch mal auf unserer Übersichtsseite vorbei.

Text: Webseite der Sternwarte

Foto: Dirk Marx / Bergische Bilder