Ev. Kirche Witzhelden

Dorfkirche Witzhelden
Adresse: Hauptstraße 2, 42799 Leichlingen

Das Barock-Bauwerk der evangelischen Kirche prägt seit dem 11. Jahrhundert das Ortsbild von Witzhelden. Bei Ausgrabungen, anlässlich der Restaurierung des Kirchenschiffs, fand man eine in Lehm gesetzte Steinstickung als Überreste einer Ost-West orientierten Saalkirche. Der im 12. Jahrhundert errichtete vierstöckige Turm ist bis heute in seiner ursprünglichen Art erhalten. Er wird im Volksmund “der Alte vom Berge” genannt.

Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche vergrößert, indem auf den Fundamenten der ersten Saalkirche eine um zwei Seitenschiffe vergrößerte Kirche erbaut wurde. Der für Kirchen kurze zeitliche Abstand zwischen den Bauarbeiten lässt auf eine Bevölkerungsexpansion in Witzhelden schließen. Gefundene Überreste aus dieser Zeit deuten auf eine aufwändige Bauweise hin.

Im 18. Jahrhundert zwangen Risse im Gewölbe und ein Abrutschen der Grundmauern das damalige Presbyterium zum Abriss der Kirche. Unter großen Opfern von Arbeitskraft sowie Geld- und Sachspenden der Gemeinde, ist mit einem Zeitaufwand von etwa sechs Jahren, das neue, noch heute in dieser Form vorhandene Gotteshaus, entstanden.

In den Folgejahren und noch bis heute, werden immer wieder Restaurierungen an Kirche und Turm vorgenommen.

Im Jahre 1905 wurde die alte Orgel durch eine neue an der Turmseite ersetzt. In die nun kahle Wand der alten Orgel ließ man ein rundes buntes Fenster – eine Christusrose – einbauen, das heute noch abendlich leuchtet.

In den Jahren 1975 – 1982 wurde neben umfangreichen Restaurierungen auch das Südportal der Kirche neu gestaltet. Inmitten des symbolisch dargestellten Universums als Türgriff sind Adam und Eva zu erkennen. Bei den anlässlich der Renovierung gemachten Ausgrabungen wurden zahlreiche Grablegungen freigelegt. Hierbei handelt es sich um Angehörige der Rittersitze Bechhausen und Herscheid, Pfarrer sowie angesehene Bürger der Gemeinde. Noch heute sind in der Kirche die Totenschilde des letzten Freiherrn von Hücking und seiner Gemahlin aus Bechhausen zu sehen.

Die alten Kirchenglocken von 1435 und 1451 und die neue Glocke, 1997 vom Kirchbauverein e.V. Witzhelden gestiftet, rufen die Gläubigen zum Gottesdienst, erklingen zu Hochzeiten und Taufen, und sie begleiten die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg zum Gottesacker.

Um die immer wieder anfallenden Renovierungsarbeiten bewältigen und finanzieren zu können, wurde 1977 der Kirchbauverein e.V. gegründet.

Für weiterführende Informationen, empfehlen wir die hervorragend rekonstruierte Geschichte der Kirche von Heimatforscherin Lore Mey aus Leichlingen.

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Foto: Dirk Marx / Bergische Bilder