LVR-Freilichtmuseum Lindlar - Mühlenberg

20 Jahre ist für ein Freilichtmuseum noch kein Alter und trotzdem ist im LVR-Freilichtmuseum Lindlar bereits viel passiert. Seit 1998 wird auf rund 25 Hektar Fläche, und in mittlerweile 35 Gebäuden, der ländliche Alltag im Bergischen Land der letzten Jahrhunderte dokumentiert. Aber das Freilichtmuseum Lindlar hatte von Anfang an mehr vor: Die Besucher sollen nicht nur kulturhistorisch über das Bergische Land und den Alltag seiner Menschen informiert werden, sondern auch dazu angeregt werden, ihre eigene Position bewusst und selbstkritisch zur hinterfragen. Dabei geht es unter anderem um wichtige Themen wie Klimawandel oder Umweltzerstörung, die den jährlich etwa 100.000 Besuchern, vorwiegend Familien mit Kindern, näher gebracht und in leicht verständlicher Art und Weise vermittelt werden.

Anlässlich des diesjährigen 20. Geburtstags eröffnet das Museum am Pfingstwochenende die neue Baugruppe „Am Mühlenberg“. Für das leibliche Wohl sorgt die Museumsgaststätte Lingenbacher Hof. Das Museumsprogramm bietet Vorführungen von Bäcker, Seiler und Hauswirtschafterin – Pfingstmontag kommt noch der Sattler hinzu. Wir konnten uns auf einem Pressetermin vorab einen ersten Überblick über die neue Baugruppe verschaffen.

„Am Mühlenberg“ wird modernes Freilichtmuseum mit viel Interaktion

Die neue Baugruppe gewährt, durch ein Forsthaus aus Bergisch Gladbach-Broichen, einer Rekonstruktion der St. Barbara-Kapelle aus Rösrath-Hellenthal und einem Wohnstallhaus aus Nümbrecht-Lindscheid, viele neue Einblicke in das Leben und Arbeiten der Region der letzten Jahrhunderte. Ein Rundweg zu einem nachgebauten Grauwacke-Steinbruch verbindet die neue Baugruppe mit dem Lingenbachtal.

Forsthaus Broichen (1933)

Das 1933 erbaute Forsthaus aus Bergisch Gladbach-Broichen wurde 2015 Stück für Stück in das Freilichtmuseum Lindlar umgezogen. Translozierung nennt man diesen Vorgang. Dabei werden Decken und Wände komplett oder zu großen Teilen vor Ort gesichert und am Stück abtransportiert. Am neuen Bestimmungsort wird alles wieder originalgetreu zusammengesetzt. Dieses Verfahren ermöglicht den größtmöglichen Erhalt von originaler Bausubstanz.

Zwischen 1940 und 1965 bewohnte eine Försterfamilie das Anwesen. Aus dieser Zeit sind neben originalen Ausstattungsgegenständen auch zahlreiche Fotografien erhalten. Die Erinnerungen der Familienmitglieder an das Leben am Rand des Königsforsts finden in der geplanten musealen Präsentation Berücksichtigung. Die Kinder des früheren Försters halfen letztendlich beim Wiederaufbau des Gebäudes auf dem Museumsgelände. Ein Ausstellungsbereich informiert zudem über die ökologische Bedeutung des Waldes im Kontext von Nachhaltigkeit und Klimawandel. Auch die Waldschule von Wald und Holz NRW findet hier in absehbarer Zukunft ihre neue Heimat.

Die rekonstruierte St. Barbara-Kapelle (1693)

Am höchsten Punkt des Freilichtmuseums, wurde, unter Mithilfe von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, eine identische Rekonstruktion der unter Denkmalschutz stehenden St. Barbara-Kapelle aus Rösrath-Hellenthal erbaut. Neben der St. Rochus-Kapelle in Bergisch Gladbach, zählt die St. Barbara-Kapelle von 1693 zu den beiden letzten erhaltenen hölzernen Kirchengebäuden im Einzugsgebiet des LVR-Freilichtmuseum Lindlar. Die komplett funktionstüchtige Glocke stammt ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert.

Nur durch das Engagement des Museumsfördervereins, der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und der Museumsfachleute konnte das Projekt im LVR-Freilichtmuseum Lindlar realisiert werden: Arbeitsleistung, Baumaterialien und Ausstattung – nahezu alles wurde gespendet.

Wohnstallhaus Lindscheid (1680)

Das aus dem Oberbergischen Nümbrecht stammende Wohnstallhaus konnte anhand erhaltener Inventar- und Aussteuerlisten historisch korrekt eingerichtet und sogar um eine Werkstatt des Uhrmachers Johann Heinrich Ohlig erweitert werden. Sogar der Ehevertrag aus 1849 ist noch vorhanden und war eine wertvolle Quelle für die authentische Einrichtung des Wohnstallhauses. Ohlig stellte in seiner kleinen Werkstatt zwischen 1830 bis zu seinem Tod 1860 Bergische Standuhren her, die zu besten Zeiten den Wert eines Fabrikarbeiter Jahresgehaltes hatten. Eine vom Museum übernommene Standuhr gilt als Unikat aus seiner Fertigung. Zur Erweiterung der Sammlung, sucht das Freilichtmuseum weiterhin Uhren oder Teile davon aus der Fertigung von Ohlig. Auch über Uhrmacherwerkzeug aus der Zeit um etwa 1850 herum, würde sich das Museum sehr freuen.

Wer dem Museum Ausstellungsstücke für das Wohnstallhaus zur Verfügung stellen möchte oder vielleicht sogar eine Ohlig-Uhr besitzt, kann sich gerne per E-Mail an petra.dittmar@lvr.de oder unter Tel.: 02266/90 10-122 oder 02266/90 10 -0 melden.

Grauwacke-Steinbruch

Die neue Baugruppe wird durch einen Rundweg zu einem nachgebauten Grauwacke-Steinbruch mit dem Lingenbachtal verbunden. Grauwacke wurde beim Bau von Kirchen und Staumauern genutzt und wird in großen Mengen für den Straßen- und Schienenbau benötigt. Rund um den Grauwackeweg zeugen zwei Lokschuppen, eine Blechgarage aus Burscheid-Sträßchen mit Bagger und Robuster, ein rekonstruierter Steinbruch sowie eine nach originalen Vorbildern eingerichtete Steinhauerhütte von der Bedeutung der Grauwacke für das Bergische Land. Durch das Engagement des Museumsfördervereins entstand zudem unter großem Einsatz der ehrenamtlich tätigen Mitglieder eine rund 800 Meter lange Feldbahnstrecke.

LVR-Freilichtmuseum Lindlar - Förderverein

Unterstützung für das Museum

Der Förderverein Bergisches Freilichtmuseum e.V. freut sich jederzeit über Sachspenden für die Dauerausstellung. Derzeit werden insbesondere Werkstücke des Uhrmachers Johann Heinrich Ohlig gesucht. Für einen erschwinglichen Jahresbeitrag (ab 22 Euro / Jahr) kommen die Mitglieder des Fördervereins in den Genuss eines attraktiven Kulturangebotes und unterstützen damit u.a. die größtenteils ehrenamtlichen Helfer. Im Gegenzug erhält man als Mitglied u.a. ganzjährig freien Eintritt (außer an Großveranstaltungen) oder Einladungen zu Sonderveranstaltungen des LVR-Freilichtmuseum Lindlar.

Das LVR-Freilichtmuseum Lindlar ist ein Gewinn für das Bergische und neue Baugruppen sind ein Gewinn für das Museum. Unterstützen Sie dieses Vorhaben mit einer Mitgliedschaft im Förderverein.

Weiterführende Links:

Erlebnisbericht Papiermühle Alte Dombach

Historie und Standort der Papiermühle

Die Geschichte der Alte Dombach Papiermühle ist bereits über 400 Jahre alt. Gegen 1614 wurde die Papiermühle gegründet und bildete mit zwei weiteren Mühlen zu dieser Zeit eines der bedeutendsten Zentren der rheinischen Papierindustrie. Die Lage an der Strunde, einem gleichmäßig Wasser führenden Bach, war zu dieser Zeit eine wichtige Grundlage für den hohen Wasserbedarf der Papierproduktion. Etwa um 1810 herum baute der Unternehmer Gustav Josua Müller direkt neben der Alten Dombach die Neue Dombach Papierfabrik. Ab dieser Zeit diente die Alte Dombach nur noch als Zulieferer von Faserbrei und die Weiterverarbeitung und eigentliche Papierproduktion wurde in die Neue Dombach verlegt. 1876 wurde die Papierfabrik Zanders neuer Eigentümer der gesamten Dombach Anlagen und Gebäude und sollte es auch bis zum Ende bleiben.

Um 1900 herum wurde die Alte Dombach stillgelegt und deren Produktionsräume zu Wohnungen umgebaut. Die Neue Dombach Papierfabrik hielt noch bis 1930 durch, bevor auch dort die Papierproduktion eingestellt wurde. Seitdem werden in dem Gebäudekomplex verschiedene Gewerbebetriebe untergebracht. 1986 schenkte die mittlerweile zur Aktiengesellschaft umfirmierte Zanders Feinpapiere AG dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Papiermühle Alte Dombach, aus der 1999 das heutige Museum wurde. Und hier beginnt unser Museumsbesuch …

Der Museumsbereich Alte Dombach

Papiermühle Alte Dombach - Haupthaus

An der Papiermühle angekommen, war uns nicht ganz klar, wo man am besten parkt oder wo der Haupteingang ist. Aber das mag auch nur an uns gelegen haben. Das Areal ist grob in zwei Bereiche unterteilt: Alte Dombach und Neue Dombach. Um es kurz zu machen: Der Parkplatz der Neuen Dombach ist die bessere Wahl. Dort ist zwar nicht die Museumskasse, aber der Weg dorthin ist nur ein kurzer Fußmarsch und man kommt bereits zum ersten Mal am Maschinenpark vorbei.

Die Museumskasse befindet sich im ehemaligen Trockenhaus der Papierfabrik, etwas rechts vom Hauptgebäude der Ausstellung. Also schnell rein Karten gekauft und dann konnte es auch schon losgehen. Beiläufig nahmen wir noch zur Kenntnis, das dich direkt neben dem Kassenhaus noch ein Café (Es war zum Zeitpunkt unseres Besuches leider geschlossen) und der Toilettenbereich befindet. Wer also nochmal für kleine Papiertiger muss, der kann das hier erledigen. Ein Wickelraum für die ganz Kleinen ist übrigens auch vorhanden. Etwas weiter hinten haben wir auch noch einen Spielplatz und eine Gartenanlage mit Teich entdeckt.

OK, jetzt aber erstmal zum Museum. Immer dem Rauschen nach. Am Hauptgebäude befindet sich nämlich ein riesiges Wasserrad, das unüberhörbar vor sich hin plätschert. Noch ein paar Schritte und da standen wir auch schon in der Tür des Museums. Eine freundliche Mitarbeiterin hat uns dann erstmal etwas erleichtert. Unsere beiden Rucksäcke wären nämlich für die teilweise etwas engen Museumsgänge ein wenig zu groß und so bot man uns an, unser Gepäck in einem Spind zu deponieren. Das ging ganz problemlos. Man kann den Spind entweder mit einer Euromünze oder einem Einkaufschip verschließen.

Notiz an uns selbst : Merke, bei einem Museumsbesuch vielleicht nicht die Rucksäcke für Wandertouren umschnallen. Könnte eng werden …

Auf insgesamt drei Etagen erwarten uns etwa 20 Stationen. Aber keine Angst, es existiert ein Aufzug und auch die Treppen sind gut zu begehen. Man kommt also wirklich fast überall problemlos hin. Mit fast meine ich den Speicher, der ziemlich eng und dunkel ist. Wer dort nicht hinein möchte oder kann, hat aber auch nichts Wesentliches verpasst. Bereits an den ersten Stationen merkt man, dass das Museum und die Ausstellung auf der Höhe der Zeit ist. Hier mal ein kleiner Bildschirm mit einem Video. Dort mal ein Kontakt im Boden, um etwas in Bewegung zu versetzen. Für die Geschichte des Klopapiers macht man es sich zum Beispiel erstmal auf einer Klobrille bequem und schaut von dort andächtig den liebevoll gestalteten Videofilm. Wer von der Fülle der Klorollen noch nicht erschlagen ist, kann sich dann noch über unsere Papiermüllberge informieren und über das schwinden der Wälder. Also durchaus auch ernste Themen, die einem mal vor Augen halten, wie heutzutage Papier durchaus auch verschwendet wird.

Technisches Highlight ist natürlich die Laborpapiermaschine, an der zu festen Zeiten gezeigt wird, in wie vielen Schritten ein für uns eigentlich profanes Blatt Papier entsteht. OK, es ist mehr eine Papierrolle, aber immerhin sieht man wirklich, wie es vom Faserbrei mit etwas Farb- und Klebstoff und durch dutzende Walzen am Ende zu Papier wird. Sehr interessant ! Wer lieber unplugged Papier herstellen möchte, kann sich danach im Papierschöpfen versuchen. Eines kann ich sagen: Es sieht einfacher aus als es ist 😉 Nach einer guten Stunde ist man in der Regel mit allen Stationen durch und hat wirklich viel zum Thema Papier und dessen Entstehung gesehen. Volle Punktzahl !

Papiermühle Alte Dombach - Papierherstellung

Der Museumsbereich Neue Dombach

Wieder an der frischen Luft angekommen, waren wir erstmal hungrig und durstig. Da das bereits erwähnte Café leider geschlossen hatte, gingen wir stattdessen zu einer kleinen kuscheligen Laube und machten dort eine kleine Brotzeit. Übrigens einer der Gründe, warum wir immer mit den großen Rucksäcken unterwegs sind 😉

Gestärkt und bereit für die zweite Museumshalbzeit, machten wir uns auf Weg zur Produktionshalle der Neue Dombach Papierfabrik. Wer es auf dem Hinweg vom Parkplatz nicht schon getan hat, der sollte spätestens jetzt einen Blick auf die Maschinen im Freigelände werfen. Ganz ignorieren sollte man sie nicht, weil sie auch ausgemustert noch eine imposante Erscheinung sind. Hier kann man schon erahnen, wie aufwändig die Produktion von Papier war und ist.

Papiermühle Alte Dombach - Maschinenpark

Aber es kommt noch besser ! Wer auf große Maschinen steht, für den kommt jetzt das Highlight: Die PM 4 ! Ein Monstrum von Papiermaschine. Vierzig Meter lang und fünf Meter hoch mit gefühlten tausend Drehrädern, Laufketten und Walzen. Ein Wahnsinn. Und sowas „nur“ für Papier. Erbaut 1889 und bis 1991 bei Zanders in Bergisch Gladbach im Einsatz, bevor sie zur Neue Dombach transportiert und aufgestellt wurde. Neben der PM 4 befinden sich noch ein paar kleinere Maschinen in der Fabrikhalle, die nicht minder interessant sind. Vor allem die „Bürstenstreichmaschine“ macht mit ihrem aufgefächerten Papier ebenfalls einen sehr imposanten Eindruck. Spätestens jetzt wird einem klar, warum wir uns hier in Deutschlands größtem Papiermuseum befinden. Das ist die Halle für Menschen, die auch Dampfmaschinen mögen. Man könnte auch sagen, das es die „Halle für die Männer“ ist. Irgendwie hat sich meine „Foto-Assistentin“ verdächtig schnell aus dem Staub gemacht, während ich Foto um Foto geschossen habe 😉

Empfehlung

Empfehlung Papiermühle Alte DombachDas LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach ist ein weiteres tolles Museum im Bergischen Land, dessen Besuch sich in jedem Fall lohnt. Preis / Leistung stimmen hier von Anfang bis Ende. Die Ausstellung ist hervorragend und mit Liebe zum Detail zusammengestellt. Zahlreiche Infotafeln und Monitore informieren über alles Wissenswerte und auf Wunsch kann man sich sogar mit einem Audio-Guide ausrüsten. Nicht nur die großen Maschinen sind imposant, sondern auch die vielen historischen Dokumente und Papierarbeiten, die man während des Rundgangs durch die Ausstellung entdecken kann.

Das gesamte Areal ist besonders in den warmen Monaten zu empfehlen, weil man dort auch hervorragend spazieren gehen kann. Für Leute die regelmäßig in Museen / Industriemuseen gehen, bietet sich vielleicht auch eine LVR-Museumskarte bzw. Partnerkarte an. Dadurch bekommt man entweder kostenlosen oder vergünstigten Eintritt in zahlreiche Museen des LVR und LWL.

Weitere Infos finden Sie in unserem Erlebniseintrag zum LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach

Erlebnisbericht Wülfing Museum

Wenn man das Wülfing Museum in Radevormwald das erste Mal betritt, spürt man an vielen Ecken noch den Geist der Gründer. Selten bekommt man einen so greifbaren Eindruck von alten Produktionsmethoden, wie in diesem Museum. Als besonderes Highlight kann man die größte Dampfmaschine im Bergischen Land bewundern. Starten wir einen kleinen Rundgang, durch eines der interessantesten Museen im Bergischen Land.

Mehr als eine Fabrik – Eine Textilstadt

Wülfing Museum - Miniaturansicht

Wülfing Museum – Miniaturansicht

Bereits im Jahre 1674 wurden die „Wülfing Tuche“ gegründet, die dann Anfang des 19. Jahrhunderts direkt an die Wupper gezogen ist. Die günstige Flusslage ermöglichte den Bau und Betrieb der damals noch benötigten Wasserräder, zur Energiegewinnung und zum Antrieb der Spinn- und Webmaschinen. Im Zuge der Errichtung des ersten Fabrikgebäudes im Jahre 1836, wurden auch direkt die ersten Wohnhäuser für Arbeiter gebaut. Die Eigentümerfamilie Hardt kümmerte sich also bereits zu dieser Zeit intensiv um das Wohl der Mitarbeiter. Zu Spitzenzeiten arbeiteten im Tal an die 1000 Mitarbeiter. Es gab Kinderbetreuung, Bildung, gute Ernährung und somit Sicherheit und Wohlstand für die Mitarbeiter. Aspekte, die selbst heutzutage noch nicht selbstverständlich sind. In den nächsten 100 Jahren entstand so eine Tuchfabrik, die von der Verarbeitung der Rohwolle zu Garn bis zu dessen Weiterverarbeitung zu Tuch alles selbst produzierte. Erst durch die beginnende Globalisierung in den 1990er Jahren verlor Wülfing den Anschluss zur Konkurrenz und musste 1996 den Betrieb einstellen.

Trends erkennen in der Dessinatur und Qualitätssicherung

 

Wülfing Museum - Zweigle Reutlingen

Wülfing Museum – Zweigle Reutlingen

Wülfing zeichnete sich u.a. durch ein riesiges Archiv an Stoffproben aus. Bis zu 1000 Muster konnte man den Großkunden zur Auswahl vorlegen. So konnte man Trends schneller erkennen und darauf reagieren. Für diesen Zweck, leistete man sich sogar eine hauseigene Musterweberei. Von den ausgewählten Mustern wurden dann meist Herrenanzüge in Großserie hergestellt.
Um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten, richtete Wülfing sich schneller als viele andere Betriebe ein Prüflabor ein. Hier wurden vom Rohstoff über Garn bis hin zum fertigen Stoff die Produktionsstufen überwacht. Dadurch konnte man Fehler vermeiden und Kosten sparen.

Das Wülfing Museum als Elektrizitätswerk

Wülfing Museum - Siemens Generator

Wülfing Museum – Siemens Generator

Auch im Bereich Stromerzeugung war Wülfing ein Trendsetter. Eine Tuchfabrik ist immer einer großen Brandgefahr ausgesetzt. Aus diesem Grund stellte man schon früh auf elektrische Beleuchtung um. Der dafür benötigte Strom wurde anfangs von Wasserturbinen und später von Dampfmaschinen und Generatoren erzeugt. Überschüssiger Strom wurde an das Stromnetz abgegeben, das sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in Firmenbesitz befand. Das Herzstück der Stromproduktion war die 1891 erbaute Dampfmaschine. Mit 300 PS war sie die größte Dampfmaschine im Tal und auch im Bergischen Land. Die Maschinisten in der Energiezentrale waren zu dieser Zeit die wichtigsten Mitarbeiter. Ohne Strom stand alles still. Später kam noch ein Generator hinzu, der zwischen 1903 – 1946 ebenfalls Strom für den Eigenbedarf produzierte. Bis heute ist dieser noch voll funktionsfähig und produziert an bestimmten Vorführterminen im Jahr noch Strom. Bis zum Ende der Produktion im Jahre 1996 stelle Wülfing etwa ein Drittel des Strombedarfs selbst her.

Empfehlung

Wülfing Museum

Wülfing Museum

Das Wülfing Museum ist zweifelsohne eines der interessantesten Museen im Bergischen Land. Viele Exponate sind greifbar und nicht hinter Vitrinen versteckt. Man bekommt einen hervorragenden und interessanten Einblick in die Tuchproduktion früherer Zeit. Technisches Highlight ist natürlich die Dampfmaschine mit ihrem wahrlich riesigen Schwungrad. Man begibt sich auf eine Zeitreise und ist sich sicher, das man selbst nach Stunden des Aufenthaltes immer noch nicht alles gesehen hat. Also durchaus auch ein Museum für einen zweiten oder dritten Besuch. Für den kleinen Hunger wird ebenfalls gesorgt. Eine liebevoll geführte Kaffeeküche bietet leckeren Kaffee, Kuchen und andere Kleinigkeiten. So muss ein Museum sein.

Weitere Infos finden Sie in unserem Erlebniseintrag zum Wülfing Museum

Erlebnisbericht Kaiserwagen

Man kann behaupten, dass eigentlich jeder, der sich für die Wuppertaler Schwebebahn interessiert, auch schon in irgendeiner Form mit dem Kaiserwagen in Kontakt kam. Entweder durch einen Fernsehbericht oder einen Zeitungsartikel oder per Internet. Die ganz Glücklichen durften sogar schon im Kaiserwagen über Wuppertal schweben. Ja und zu diesen „ganz Glücklichen“ können wir uns nun auch zählen. Das Wuppertal Marketing hat uns freundlicherweise zwei Karten für eine Nachmittagsfahrt zur Verfügung gestellt, und wir berichten im Folgenden über unsere zweifelsohne unvergesslichen Erlebnisse.

Vorfreude

Schon das Öffnen des Briefumschlages ist ein kleines Erlebnis. Darin befinden sich nicht nur die wichtigen Tickets, sondern noch eine handvoll weiterer Dinge, die die Vorfreude auf den Tag erheblich steigern. Wir möchten an dieser Stelle die Überraschung nicht verderben und zeigen nur ein Foto vom Inhalt.

Erlebnis Kaiserwagenfahrt - Tickets

Erlebnis Kaiserwagenfahrt – Tickets

Die Tickets hatten wir also und als nächstes bestellten wir noch Kaiserwetter beim Universum. Mal schauen, ob wir erhört werden. Schließlich wollten wir vom Kaiserwagen auch ein paar schöne Außenaufnahmen mitbringen. Für den Tag waren drei öffentliche Fahrten und eine private Fahrt angesetzt. Genug Zeit also, bis zu unserem Termin um 15 Uhr die zwei vorherigen Fahrten des Kaiserwagens für Außenaufnahmen zu nutzen.

Und so begann es

Der Termin rückte näher und nervös schauten wir schon Tage vorher auf die lokalen Wetterberichte. Es sah gut aus ! Vielleicht kein Kaiserwetter, aber auch kein Schmuddelwetter. Irgendwas dazwischen sollte es wohl werden. Das reichte uns. Hauptsache kein Regen. Dabei sorgten wir uns mehr um unsere Kameras als um uns. Verrückt 😉

Endlich Sonntag. Der erste zaghafte Blick aus dem Fenster ließ uns hoffen: Es war trocken und klarte auf. Check ! Als wir gegen 10 Uhr in Wuppertal-Vohwinkel ankamen, war es für einen Sonntagmorgen typisch noch sehr ruhig auf Wuppertaler Straßen und Bürgersteigen. Wir hatten ausreichend Zeit, um uns die Station anzusehen und erste Aufnahmen zu machen.

Dann um kurz vor 11 Uhr wurden die Weichen umgestellt. Ein untrügliches Zeichen für einen neuen Wagen im Schienenkreislauf. Bei den anwesenden Fahrgästen stieg die Spannung. Schließlich warteten die meisten hier auf ihre erste Fahrt mit dem Kaiserwagen. Unsere Fahrt sollte aber erst um 15 Uhr losgehen. Also waren wir diesmal nur Zaungäste und konnten in Ruhe unsere Aufnahmen machen. Die beiden Kaiserwagen füllten sich schnell und so verließ der Tross pünktlich die Station.

Das war unser Startschuss, dem Kaiserwagen hinterher zu schweben und unsere Außenaufnahmen in den Kasten zu kriegen. Eine Fahrt dauert etwa 60 Minuten. 30 Minuten bis Barmen, dann drehen und wieder 30 Minuten zurück nach Vohwinkel. Also konnten wir den Kaiserwagen theoretisch dreimal von außen erwischen, bevor wir selbst rechtzeitig in Vohwinkel an der Station stehen mussten. Fotogene Ecken gibt es reichlich entlang der Strecke, aber es ist gar nicht so trivial die richtige Richtung zu berücksichtigen und vor allem genau zur richtigen Zeit auch parat zu stehen. Letztendlich haben wir uns für das Stadioneck, das Opernhaus und die Werther Brücke entschieden.

Erlebnis Kaiserwagenfahrt - Stadioneck

Erlebnis Kaiserwagenfahrt – Stadioneck

Erlebnis Kaiserwagenfahrt - Am Opernhaus

Erlebnis Kaiserwagenfahrt – Am Opernhaus

Die ersten beiden klappten auch planmäßig, aber wir haben leider den Fußweg vom Opernhaus bis zur Werther Brücke unterschätzt, und so ist unsere letzte Chance irgendwo auf halbem Weg unspektakulär über uns hinweg geschwebt. Schade, aber nicht zu ändern. Also schnell zur nächsten Station und zurück nach Vohwinkel. Wir hatten schließlich vor unserer eigentlichen Fahrt noch einen Sondertermin: Wir durften vorab einen Blick ins Depot werfen !

Hinter den Kulissen

Als ob eine Fahrt mit dem Kaiserwagen nicht schon spannend genug wäre, hat uns das Wuppertal Marketing auch noch einen Blick in die heiligen Hallen ermöglicht. Wir durften tatsächlich ein paar Minuten vor der Fahrt in das Depot der Schwebebahn und mit den netten Stadtführerinnen und den beiden Fahrern sprechen. Sogar Bilder konnten wir machen. Traumhaft !

Während der Kaiserwagen gereinigt und die Tische neu gedeckt wurden, haben uns die beiden freundlichen Damen Frau Schöppe und Frau Rohleder einiges über den Kaiserwagen erzählt und ein wenig herumgeführt. So entstanden die folgenden Fotos, die wohl nicht unbedingt jeder Fahrgast mit nach Hause bringt. Aber solche Fotos bekommt man eben nur hier auf ich-mag-es-bergisch.de zu sehen 🙂

Erlebnis Kaiserwagenfahrt - Frau Schoeppe im Depot

Erlebnis Kaiserwagenfahrt – Frau Schoeppe im Depot

Erlebnis Kaiserwagenfahrt - Mehrgenerationenbild

Erlebnis Kaiserwagenfahrt – Mehrgenerationenbild

Erlebnis Kaiserwagenfahrt - Gedeckter Tisch

Erlebnis Kaiserwagenfahrt – Gedeckter Tisch

Erlebnis Kaiserwagenfahrt - Innenansicht

Erlebnis Kaiserwagenfahrt – Innenansicht

Auf zur Kaffeefahrt

Und dann war es 15 Uhr und wir waren wieder ganz normale Fahrgäste. Zumindest fast. Wir hatten noch die große Ehre, vom Depot aus und direkt vorne bei den Fahrern in die Station zu schweben. Was für ein Erlebnis, in die vielen erwartungsvollen Gesichter zu blicken. Den Fahrern geht bei diesem Anblick auch jedesmal wieder das Herz auf. Das sind genau die Momente, für die man sich auch mal als Fahrer im Ruhestand einen Sonntag um die Ohren haut. Da dem Kaiserwagen die heute vorgeschriebene Sicherheitsfahrschaltung fehlt, müssen aus Sicherheitsgründen zwei Fahrer an Bord sein. Und der zweite Fahrer ist nicht selten ein Kollege im Ruhestand, der einfach noch ein paar Fahrten im Kaiserwagen genießt.

Die Plätze füllen sich gewohnt rasch und Frau Schöppe und Frau Rohleder haben sich auf die beiden Wagen aufgeteilt. Der Kaiserwagen rumpelt los und die beiden entzückend gekleideten Damen lassen eine sehr interessante Stadtführung über den Dächern von Wuppertal folgen. Details ? Gibt es an dieser Stelle keine. Man muss einfach mal selbst mitgefahren sein, um dieses Gefühl zu beschreiben. Nur so viel: Die 2 x 30 Minuten sind viel zu schnell vorbei und man möchte am liebsten direkt noch eine Runde drehen. Ein paar Impressionen gibt es aber dennoch zu sehen:

Private Fahrten ?

Ja, das geht. Man kann den Wagen für private Zwecke mieten. Im Preis enthalten sind die beiden Wagen und natürlich die Fahrer. Für alles andere muss man selbst sorgen. Alleine für Hochzeiten ist der Kaiserwagen etwa fünfzig mal im Jahr unterwegs. Zusammen mit diversen Firmenveranstaltungen und den ebenfalls nicht wenigen öffentlichen Fahrterminen kommt da schon einiges zusammen. Der Kaiserwagen ist gut ausgelastet. Rechtzeitiges buchen ist in jedem Fall empfehlenswert.

Zusatzinformationen

Offenlegung: Die Tickets für unsere Kaiserwagenfahrt wurden uns vom Wuppertal Marketing kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Unsere Eindrücke bleiben wie immer die eigenen. Der Artikel ist komplett von uns verfasst und enthält keinerlei vorgefertigten Werbetexte.

Erlebnisbericht Manuelskotten

Wenn sich das große Wasserrad auf der Rückseite des Manuelskotten in Bewegung setzt, dann erweckt der Geist vergangener Zeiten erneut zum Leben und lässt das Gebäude für einen Moment wieder im Glanz alter Tage erstrahlen. Bereits seit 1850 steht ein Kotten im Wuppertaler Kaltenbachtal und teilte sich mit bis zu fünf weiteren Wasserkraftanlagen die Strömung des Flusses.

Wie der Manuelskotten zu seinem Namen kam

1867 erwarb Emanuel Morsbach (1837 – 1903) den Kotten von seinem Schwiegervater. Er verbrachte hier bereits seine Lehrjahre und war anschließend im Kotten als Halblöhner tätig. In dieser Zeit war es üblich, einen Kotten nach seinem Besitzer zu benennen und so erhielt der Kotten vorerst den Namen Morsbachskotten, den er bis zum Ende des Jahrhunderts auch behalten sollte. Erst 1898 wurde der Kotten wegen seiner häufigen Verwechslung mit dem Morsbacher Kotten in Emanuelskotten umbenannt. Und da der Volksmund gerne mal an Buchstaben spart, wurde im laufe der Jahre aus dem Emanuelskotten der heutige Manuelskotten.

Manuelskotten Schild

Manuelskotten Straßenschild

 

Die Geschichte der Energiegewinnung unter einem Dach

Das neue Jahrhundert war eine harte Zeit für den Kotten. Durch einen Brand im Jahr 1901 wurde der Ur-Kotten komplett zerstört, aber aufrund seiner Wichtigkeit für die Region innerhalb kürzester Zeit etwas weiter bachaufwärts neu errichtet. Bereits 1902 nahm der Kotten seinen Betrieb wieder auf und ermöglichte in seinen besten Jahren bis zu 28 Schleifern an seinen Schleifsteinen und Poliermaschinen zu arbeiten.

Zu dieser Zeit bekam der Manuelskotten auch seine erste Dampfmaschine (liegend, mit stehendem Kessel), um fehlende Wasserkraft für Großaufträge oder Widrigkeiten der Natur in Form von Frost oder Niedrigwasser auszugleichen. Auf einer Düsseldorfer Messe entdeckten die Betreiber zudem eine Neuentwicklung – den Fliehkraftregler. Dieser Regler sorgte für einen gleichmäßigeren Lauf des Wasserrades unter Belastung, wodurch sich auch die Schleifsteine gleichmäßiger drehten und ein genaueres arbeiten ermöglichten.

1910 bekam der Kotten einen 110 Volt Stromgenerator, der für die nächsten 40 Jahre für elektrisches Licht sorgte. In den 1930er Jahren verdrängte ein moderner Dieselmotor die aufwändig zu bedienende Dampfmaschine. Er trieb jahrzehntelang die Schleif- und Poliermaschinen des Kottens an, bis in den 1950er Jahren durch die Verlegung von zuerst 220 Volt Drehstrom und später 380 Volt Kraftstrom die Ära des Elektroantriebs eingeläutet wurde. Ein Drehstrommotor löste den Dieselmotor als Hauptantrieb ab und versorgte auch gleich noch die elektrische Beleuchtung des Kottens mit Strom.

Die verschiedenen Antriebsarten mit Wasser, Dampf, Diesel und Strom legen Zeugnis ab vom Stand der jeweiligen Technik und von der Betriebsamkeit seiner Besitzer in den letzten hundert Jahren. An den Öffnungstagen (siehe unten) werden die verschiedenen Antriebsarten den interessierten Besuchern sogar vorgeführt. Angefangen vom Wasserrad über den Dieselmotor, bis hin zu einer kleineren Ausführung einer Dampfmaschine, wie sie früher hier in ähnlicher Form im Einsatz war.

 

Bis heute ein Schleifkotten und neuerdings auch Museum

Bis heute werden im Manuelskotten noch industrielle Messer für große Cutteranlagen geschliffen und poliert, wodurch auch der Beiname „lebendes Museum“ beibehalten wurde. Der im Kotten tätige Schleifer betreibt und wartet die Anlage und steht darüber hinaus auch für angemeldete Führungen zur Verfügung. Man möchte besonders Schulklassen durch unmittelbare Anschauung Einblicke in die Arbeitswelt der bergischen Kleineisenindustrie vermitteln.

Im September 2017 wurde im Obergeschoß das neue Naßschleifermuseum eröffnet. In den Räumlichkeiten können sich Besucher von nun an einen Einblick in die damaligen Produktionsabläufe verschaffen und sich auch zahlreiche Werkzeuge, Arbeitsmittel, Dokumente und Fotos anschauen. Das folgende 360-Grad Panorama gibt einen ersten Eindruck der neuen Räumlichkeiten.

Öffnungszeiten und Anfahrt

Der Manuelskotten ist regulär von April – Oktober am jeweils 2. und 4. Sonntag des Monats geöffnet und freut sich auf zahlreiche interessierte Besucher. Erreichbar ist der Kotten entweder ausgehend von der Kohlfurther Brücke über einen schmalen Straßenzug durch Waldgebiet (Kaltenbacher Hammer – Kaltenbacher Kotten – Friedrichshammer) oder mit den Bergischen Museumsbahnen, die an den selben Terminen eine historische Straßenbahnstrecke befahren und unweit des Kottens eine Haltestelle eingerichtet haben.

Unser Eindruck

Bei jedem unserer Besuche waren die ehrenamtlichen Helfer mit Elan und Herzblut bei der Sache. Sobald Sie anfangen über das Wasserrad oder die Technik der Dampfmaschine und des Dieselmotors zu erzählen, dann glänzen ihre Augen. Spätestens wenn die verschiedenen Antriebsarten vorgeführt werden, gibt es kein Halten mehr. Umso wichtiger ist natürlich der Erhalt dieses wertvollen Industriedenkmals. Zu diesem Zweck engagieren sich bereits seit 1990 die ehrenamtlichen Mitglieder eines Förderverein für den Erhalt des Gebäudes und der Anlagen. Der Verein freut sich jederzeit über neue Mitglieder und helfende Hände.

Der Kotten nimmt keinen Eintritt, aber nach einem Rundgang freuen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter über eine kleine Spende für den Kotten. Sie können auch als Geschenk oder Souvenir ein Zöppkes oder ein Taschenmesser mit dem Logo des Manuelskotten erwerben. Das Geld fließt ebenfalls in den Erhalt des Kotten.

Manuelskotten Klingen

Manuelskotten Klingen

Sinneswald 2017 - Zukunft

Der Leichlinger Sinneswald ist ein künstlerisches Kleinod, das die Besucher Jahr für Jahr mit einer neuen Ausstellung überrascht. Letztes Jahr stand noch alles unter dem Motto „Metamorphosen“, aber diesmal wird es etwas prophetischer. Es geht um die „Zukunft“. Ein Thema, das uns alle angeht.

Kreative Idylle

Wer den Sinneswald zum ersten Mal besucht, der glaubt in einem Märchenwald angekommen zu sein. Leise plätschert der Murbach vorbei und wenn man die Ohren spitzt, hört man das Rauschen der Bäume und das Zwitschern der Vögel. Am großen Teich wimmelt es vor Libellen und die Seerosen sehen prächtig aus. Die Sonne bahnt sich in grazilen Strahlen ihren Weg durch das dichte Grün. Hier soll eine Ausstellung sein ? Ja, natürlich !

Künstlervielfalt

Zukunft ist das diesjährige Motto der Ausstellung, die jedes Jahr aufs Neue mit viel Hingabe und Herzblut von dem Künstlerpaar Wicze Braun und Wolfgang Brudes konzipiert und umgesetzt wird. Insgesamt haben sich über 90 Künstler mit dem Thema auseinandergesetzt. Auch Nachwuchskünstler aus den umliegenden Schulen, haben eine Chance bekommen. Die Ergebnisse werden über den gesamten Sinneswald verteilt präsentiert. Das Areal ist weitläufiger, als es auf den ersten Blick erscheint. Hinter jedem Strauch und unter jedem Baum könnte ein Exponat aufgestellt sein. Man muss schon achtsam sein, damit man die meisten der kleinen und großen Kunstwerke entdeckt. Ob es jemand schon geschafft hat, wirklich alle zu entdecken ? Wer weiß 😉

Zeit mitbringen

Für eine komplette Runde ist man gut und gerne zwei Stunden mit Entdecken und Interpretieren beschäftigt. Es ist erstaunlich, auf wie vielen unterschiedlichen Arten und Weisen man das Thema angehen kann. Angefangen von einem kleinen Jungen am Laptop, der scheinbar schon in seinen jungen Jahren seine Zeit eher virtuell als real verbringt über ein Floss mit Tafeln all unserer Umweltsünden bis hin zu Notizen von Kindern, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Manche Exponate machen nachdenklich und manche bringen einen zum Schmunzeln. Auf einer Infotafel erfährt man immer Wissenswertes über den Künstler und das Exponat und man muss nicht mit einem „Was hat sich der Künstler dabei gedacht ?“ Gedanken weiterziehen.
Da auf der Homepage vom Sinneswald eine komplette Auflistung der Künstler und deren Werke existiert, verzichte ich an dieser Stelle auf eine nochmalige Erwähnung. Die Fotos unterhalb des Berichtes enthalten auch nicht alle Exponate. Es soll ja schließlich noch etwas zu entdecken geben 😉

Empfehlung

Der Sinneswald ist grundsätzlich immer einen Besuch wert. Die jährlich wechselnden Ausstellungen und zahlreichen Veranstaltungen in der angrenzenden Spinnerei geben Grund genug, immer mal wieder vorbei zu schauen. Das Gelände umfasst einen Steinbruch, eine Art Vorgarten und zu guter Letzt den eigentlichen Sinneswald. Der Sinneswald selbst ist (abgesehen vom Gelände direkt um den Teich) nicht barrierefrei. Es geht über enge Waldwege auf unterschiedliche Höhen und wenn man alles sehen will, sollte man bei guter Kondition und stabil auf den Beinen sein. Im Steinbruch und im vorgelagerten Garten kann man sich auf ebener Fläche frei bewegen und ebenfalls einige Ausstellungsstücke entdecken.

Oldtimertreff Burscheid-Hilgen

Mittlerweile ist der Oldtimertreff in Burscheid-Hilgen selbst zum Klassiker geworden. Immer wieder sonntags folgen zahlreiche Fans alter Schätzchen dem Ruf der Veranstalter, beim Pott Kaffee, Brötchen und Würstchen ungezwungen zu fachsimpeln, anzuschauen und zu „netzwerkeln“. Kommen Sie und staunen Sie.
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