LVR-Freilichtmuseum Lindlar - Mühlenberg

20 Jahre ist für ein Freilichtmuseum noch kein Alter und trotzdem ist im LVR-Freilichtmuseum Lindlar bereits viel passiert. Seit 1998 wird auf rund 25 Hektar Fläche, und in mittlerweile 35 Gebäuden, der ländliche Alltag im Bergischen Land der letzten Jahrhunderte dokumentiert. Aber das Freilichtmuseum Lindlar hatte von Anfang an mehr vor: Die Besucher sollen nicht nur kulturhistorisch über das Bergische Land und den Alltag seiner Menschen informiert werden, sondern auch dazu angeregt werden, ihre eigene Position bewusst und selbstkritisch zur hinterfragen. Dabei geht es unter anderem um wichtige Themen wie Klimawandel oder Umweltzerstörung, die den jährlich etwa 100.000 Besuchern, vorwiegend Familien mit Kindern, näher gebracht und in leicht verständlicher Art und Weise vermittelt werden.

Anlässlich des diesjährigen 20. Geburtstags eröffnet das Museum am Pfingstwochenende die neue Baugruppe „Am Mühlenberg“. Für das leibliche Wohl sorgt die Museumsgaststätte Lingenbacher Hof. Das Museumsprogramm bietet Vorführungen von Bäcker, Seiler und Hauswirtschafterin – Pfingstmontag kommt noch der Sattler hinzu. Wir konnten uns auf einem Pressetermin vorab einen ersten Überblick über die neue Baugruppe verschaffen.

„Am Mühlenberg“ wird modernes Freilichtmuseum mit viel Interaktion

Die neue Baugruppe gewährt, durch ein Forsthaus aus Bergisch Gladbach-Broichen, einer Rekonstruktion der St. Barbara-Kapelle aus Rösrath-Hellenthal und einem Wohnstallhaus aus Nümbrecht-Lindscheid, viele neue Einblicke in das Leben und Arbeiten der Region der letzten Jahrhunderte. Ein Rundweg zu einem nachgebauten Grauwacke-Steinbruch verbindet die neue Baugruppe mit dem Lingenbachtal.

Forsthaus Broichen (1933)

Das 1933 erbaute Forsthaus aus Bergisch Gladbach-Broichen wurde 2015 Stück für Stück in das Freilichtmuseum Lindlar umgezogen. Translozierung nennt man diesen Vorgang. Dabei werden Decken und Wände komplett oder zu großen Teilen vor Ort gesichert und am Stück abtransportiert. Am neuen Bestimmungsort wird alles wieder originalgetreu zusammengesetzt. Dieses Verfahren ermöglicht den größtmöglichen Erhalt von originaler Bausubstanz.

Zwischen 1940 und 1965 bewohnte eine Försterfamilie das Anwesen. Aus dieser Zeit sind neben originalen Ausstattungsgegenständen auch zahlreiche Fotografien erhalten. Die Erinnerungen der Familienmitglieder an das Leben am Rand des Königsforsts finden in der geplanten musealen Präsentation Berücksichtigung. Die Kinder des früheren Försters halfen letztendlich beim Wiederaufbau des Gebäudes auf dem Museumsgelände. Ein Ausstellungsbereich informiert zudem über die ökologische Bedeutung des Waldes im Kontext von Nachhaltigkeit und Klimawandel. Auch die Waldschule von Wald und Holz NRW findet hier in absehbarer Zukunft ihre neue Heimat.

Die rekonstruierte St. Barbara-Kapelle (1693)

Am höchsten Punkt des Freilichtmuseums, wurde, unter Mithilfe von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, eine identische Rekonstruktion der unter Denkmalschutz stehenden St. Barbara-Kapelle aus Rösrath-Hellenthal erbaut. Neben der St. Rochus-Kapelle in Bergisch Gladbach, zählt die St. Barbara-Kapelle von 1693 zu den beiden letzten erhaltenen hölzernen Kirchengebäuden im Einzugsgebiet des LVR-Freilichtmuseum Lindlar. Die komplett funktionstüchtige Glocke stammt ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert.

Nur durch das Engagement des Museumsfördervereins, der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und der Museumsfachleute konnte das Projekt im LVR-Freilichtmuseum Lindlar realisiert werden: Arbeitsleistung, Baumaterialien und Ausstattung – nahezu alles wurde gespendet.

Wohnstallhaus Lindscheid (1680)

Das aus dem Oberbergischen Nümbrecht stammende Wohnstallhaus konnte anhand erhaltener Inventar- und Aussteuerlisten historisch korrekt eingerichtet und sogar um eine Werkstatt des Uhrmachers Johann Heinrich Ohlig erweitert werden. Sogar der Ehevertrag aus 1849 ist noch vorhanden und war eine wertvolle Quelle für die authentische Einrichtung des Wohnstallhauses. Ohlig stellte in seiner kleinen Werkstatt zwischen 1830 bis zu seinem Tod 1860 Bergische Standuhren her, die zu besten Zeiten den Wert eines Fabrikarbeiter Jahresgehaltes hatten. Eine vom Museum übernommene Standuhr gilt als Unikat aus seiner Fertigung. Zur Erweiterung der Sammlung, sucht das Freilichtmuseum weiterhin Uhren oder Teile davon aus der Fertigung von Ohlig. Auch über Uhrmacherwerkzeug aus der Zeit um etwa 1850 herum, würde sich das Museum sehr freuen.

Wer dem Museum Ausstellungsstücke für das Wohnstallhaus zur Verfügung stellen möchte oder vielleicht sogar eine Ohlig-Uhr besitzt, kann sich gerne per E-Mail an petra.dittmar@lvr.de oder unter Tel.: 02266/90 10-122 oder 02266/90 10 -0 melden.

Grauwacke-Steinbruch

Die neue Baugruppe wird durch einen Rundweg zu einem nachgebauten Grauwacke-Steinbruch mit dem Lingenbachtal verbunden. Grauwacke wurde beim Bau von Kirchen und Staumauern genutzt und wird in großen Mengen für den Straßen- und Schienenbau benötigt. Rund um den Grauwackeweg zeugen zwei Lokschuppen, eine Blechgarage aus Burscheid-Sträßchen mit Bagger und Robuster, ein rekonstruierter Steinbruch sowie eine nach originalen Vorbildern eingerichtete Steinhauerhütte von der Bedeutung der Grauwacke für das Bergische Land. Durch das Engagement des Museumsfördervereins entstand zudem unter großem Einsatz der ehrenamtlich tätigen Mitglieder eine rund 800 Meter lange Feldbahnstrecke.

LVR-Freilichtmuseum Lindlar - Förderverein

Unterstützung für das Museum

Der Förderverein Bergisches Freilichtmuseum e.V. freut sich jederzeit über Sachspenden für die Dauerausstellung. Derzeit werden insbesondere Werkstücke des Uhrmachers Johann Heinrich Ohlig gesucht. Für einen erschwinglichen Jahresbeitrag (ab 22 Euro / Jahr) kommen die Mitglieder des Fördervereins in den Genuss eines attraktiven Kulturangebotes und unterstützen damit u.a. die größtenteils ehrenamtlichen Helfer. Im Gegenzug erhält man als Mitglied u.a. ganzjährig freien Eintritt (außer an Großveranstaltungen) oder Einladungen zu Sonderveranstaltungen des LVR-Freilichtmuseum Lindlar.

Das LVR-Freilichtmuseum Lindlar ist ein Gewinn für das Bergische und neue Baugruppen sind ein Gewinn für das Museum. Unterstützen Sie dieses Vorhaben mit einer Mitgliedschaft im Förderverein.

Weiterführende Links:

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Lindlar ist in den Bereichen Stadt- und Tourismusmarketing weit vorne im Bergischen Land und bemüht sich stets, ein attraktives Angebot für Besucher und Gäste anbieten zu können. Mit dem LVR-Freilichtmuseum Lindlar, dem :metabolon Projekt und den Bergische Grauwacke Steinbrüchen hat Lindlar einige Besuchermagneten zu bieten und macht damit das Oberbergische zu einem lohnenswerten Ausflugsziel.

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