Von Heiligenhaus zum ehemaligen Bergwerk auf dem Lüderich

Von Heiligenhaus zum ehemaligen Bergwerk auf dem Lüderich

Im Bergischen Land gibt es zwei Orte mit dem Namen Heiligenhaus: Der erste ist eine eigene Stadt im Kreis Mettmann, der andere ein kleines Dorf in der Stadt Overath im Süden des Rheinisch-Bergischen Kreises. Dieses zweite Heiligenhaus ist der Startort unserer Wanderung. Sie führt uns hinab ins Dresbachtal und wieder hinauf auf den Lüderich, den Hausberg von Steinenbrück (auch das gibt es zweimal, einmal in Gummersbach und einmal hier in Overath). Wir sehen Kapellen, durchwandern ruhige Wälder und kleine Dörfer, genießen viele Panoramaaussichten und besichtigen schließlich die Sehenswürdigkeiten auf dem Lüderich: Das ehemalige Bergwerk, die Mariengrotte und das Barbarakreuz mit fantastischer Aussicht! Startpunkt ist die dem heiligen Rochus geweihte Kapelle in Heiligenhaus, das Ziel das der heiligen Barbara geweihte Kreuz oberhalb von Steinenbrück.

Eigentlich ist unsere Wanderung kein richtiger Rundweg. Sie hat einen Startpunkt und einen Zielpunkt. Jedoch gehen wir mehrere kleine Schleifen, so dass bis auf wenige kurze Abschnitte Hin- und Rückweg doch verschieden sind und man das Gefühl hat, doch einen richtigen Rundweg zu gehen. Die Strecke ist abwechslungsreich, bietet wunderbare Fernsichten und führt an Wiesen, Weiden und Feldern vorbei, mal über breite Waldwege, mal über schmale Pfade und durch verkehrsberuhigte Wohngebiete. Es gibt mehrere mäßige und nicht übertrieben steile Steigungen zu bewältigen. Für die reine Wanderzeit sollte man schon dreieinhalb bis vier Stunden einplanen, dazu kommen Pausen, Fotostopps und auch Zeit für den Besuch in der Mariengrotte. Ausgangspunkt ist der Parkplatz in Heiligenhaus (Sankt-Rochus-Platz in 51491 Overath). Der Parkplatz hat seine Zufahrt hinter der kleinen Kapelle.

Vom Parkplatz aus steigen wir die Treppe hinab zur Hauptstraße, die hier den Namen „Bensberger Straße“ trägt, und stehen direkt vor der Rochuskapelle. Die Bruchsteinkapelle stammt aus dem Jahr 1840 und bildet gemeinsam mit der neuen Pfarrkirche und der heute als Pfarrsaal genutzten alten Pfarrkirche ein Kirchentrio. Es gibt alte Aufnahmen, auf der der Pfarrsaal noch seinen Kirchturm hatte.

Sankt Rochus Kapelle

Die Sankt-Rochus-Kapelle und ihre beiden Schwesterkirchen im Hintergrund

Die Kapelle im Rücken überqueren wir nun an der Ampel die Bensberger Straße und laufen nach links bis zum großen Kreisverkehr. Dort gehen wir nach rechts in die Durbuscher Straße (für Autofahrer sind die Ziele Donrath und Durbusch ausgeschildert). An einem Regenrohr begegnen uns zum ersten Mal die Markierungen A1 und A2, die uns zunächst leiten. An der Einmündung der Straße Am Friedhof vorbei verlassen wir geradeaus den Ort Heiligenhaus. Nach nur wenigen Schritten entlang der Landstraße 84 biegen wir an einem neuen und mit einer Holzfassade versehenen Haus nach rechts in den geschotterten Eibenweg ein. Hier folgen wir erneut der Markierung A1 und einer Winkel-Markierung (>). Schon jetzt können wir auf dem gegenüberliegenden Höhenzug jenseits eines idyllisch gelegenen Fachwerkhauses unsere heutigen Ziele – das Barbarakreuz und den Förderturm des alten Bergwerks auf dem Lüderich – erkennen. Der Eibenweg wird schnell zu einem Fußpfad entlang einer Hecke und mündet in eine Einfahrt eines Privatgrundstücks. Offiziell führt der Weg eigentlich über die geschotterte Passage rechts neben der Einfahrt entlang, doch nach nur wenigen Schritten stehen wir am Ende der Einfahrt auf einer kleinen Straße, der wir weiterhin mit dem Winkel und A1 nach links folgen. Wir befinden uns nun im Ortsteil Kleinschwamborn. Hier erreichen wir eine kleine Kreuzung mitten im Ort, folgen den Markierungen halbrechts und verlassen nach wenigen Schritten wieder den bebauten Bereich. Der Weg führt nun zwischen Wiesen und Weiden auf einen Wald zu.

Kleinschwamborn

Hinter Kleinschwamborn

Dort, wo der Weg den Wald erreicht, folgen wir dem Winkel (der hier zusätzlich mit einer 12 versehen ist) und dem A1 nach rechts. Der schöne Weg führt gut markiert in einigen Kurven durch einen lichtdurchfluteten Laubwald hinab ins Tal des Dresbachs. Abzweigungen von kleinen Pfaden rechts und links können wir ignorieren, wenn wir den Markierungen folgen. Am Ende des Waldes, wenn wir das Dresbachtal erreicht haben, stehen wir gegenüber Haus 17 auf der Dresbacher Straße. Zwar sehen wir kein Straßenschild, wohl aber die Markierungen >12 und A1, denen wir nach links folgen. Wir befinden uns nun in Kleindresbach, einem Ortsteil von Steinenbrück.

Steinenbrück, der zweitgrößte Stadtteil der Stadt Overath, ist aus einem Bergwerksdorf mit seiner Keimzelle im heutigen Kreuzungsbereich von Olper Straße und Holzbachtalstraße hervorgegangen. Die verschiedenen Siedlungen und Ortsteile liegen in immerhin drei Tälern, dem Sülztal, dem Dresbachtal und dem Holzbachtal, sowie auf den umliegenden Hängen und Höhen.

Die Dresbacher Straße ändert nach wenigen Gehminuten ihren Namen in Großdresbach. Hier sehen wir nun auch die entsprechenden Straßenschilder. Direkt dahinter macht die Straße eine Rechtskurve: Die Markierung A1 zweigt nach links ab, wir folgen aber der Kurve nach rechts. Direkt am Ende der Kurve ändert die Straße noch einmal ihren Namen und heißt nun Talstraße. Wir kommen an eine kleine Einmündung („Talstraße 58 – 60“) mit einem steinernen Kreuz und einer Bank, folgen aber weiter der Straße (ohne Markierungen) geradeaus. Hinter dem rot gestrichenen Haus Nummer 52 biegen wir links in den Hirtenweg ab. Dieser führt bergan, vorbei an der Straße Am Fischweiher (links) und Nachtigallenweg (rechts). Am Ende des Hirtenwegs geht links die Straße Zum Bitzenberg ab, wir steigen aber acht Stufen hinauf und gehen geradeaus über einen Fußweg. Dieser bringt uns direkt an den Nachtigallenweg (ohne Straßenschild) gegenüber von Haus Nummer 36, in den wir nach links einbiegen. In einer Rechtskurve folgen wir – vorbei am Falkenweg – dem Nachtigallenweg. An dessen Ende befindet sich eine Wendefläche, die wir über einen geschotterten Fußweg („Durchfahrt verboten“), vorbei an einem Drängelgitter, verlassen. Zu unserer Linken steht ein Wald, zu unserer Rechten junger Baumbestand. Als sich die Sicht nach rechts öffnet können wir die ehemalige evangelische Friedenskirche am gegenüberliegenden Hang und die Steinenbrücker Pfarrkirche Sankt Barbara im Tal erkennen. Auch ein Blick zurück lohnt sich, denn wir können am Horizont einen kleinen Sendemast sehen: Dieser steht in Heiligenhaus und so wissen wir, wo wir herkommen.

Unerwartet kommen wir an einer kleinen Kapelle vorbei, die 2003 von einer Anwohnerin auf ihrem privaten Grund errichtet wurde. Die sogenannte Peter-Paul-Kapelle wird heute für Andachten genutzt. Damit haben wir auch schon den Ortsrand des Steinenbrücker Ortsteiles Großlöderich erreicht.

Peter-Paul Kapelle

Die Peter-Paul-Kapelle in Großlöderich

Der Fußweg mündet auf die Großlödericher Straße, der wir bergan nach links folgen. Wir kommen an einen Abzweig der Großlödericher Straße (mit den Hausnummern 30, 78, 84, 110 und 114), den wir aber ignorieren, und folgen weiter bergauf dem eigentlichen Straßenverlauf. Hinter Haus Nummer 122 können wir rechts noch einmal unsere Ziele auf dem Lüderich erkennen. Das gelbe Ortsschild zeigt uns, dass wir Steinenbrück verlassen. Nach wenigen Schritten erblicken wir aber schon das Ortsschild von Bleifeld und können lesen, dass wir uns nun in der Stadt Rösrath befinden. Der Name „Bleifeld“ deutet bereits auf den Blei- und Erzbergbau hin, der hier auf dem Lüderich bereits von den Römern begonnen und bis in die 1970er-Jahre fortgeführt wurde.

Bald stehen wir vor der großen Texttafel H des „Bergbauwegs“. Der Bergbauweg ist einer von 24 „Bergischen Streifzügen“, wunderschönen Halbtages- und Tageswanderungen im Rheinisch-Bergischen Kreis, im Oberbergischen Kreis und im Rhein-Sieg-Kreis. Der Bergbauweg trägt die Nummer 15 und ist – wie alle „Streifzüge“ – mit sehr informativen Texttafeln ausgestattet. Hier, auf Texttafel H, geht es um die Verehrung der heiligen Barbara als Schutzpatronin der Bergleute, um Bergbau, Glaube und Tradition, sowie um Migration. So erfahren wir auch, dass man die Frauen, die in der Aufbereitungsanlage das Erz von Hand vorsortierten, auch „Erzengel“ nannte und 45 % der Grubenarbeiter auf dem Lüderich ausländische Arbeitskräfte, vor allem aus Italien, der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien, waren.

Nach ausführlichem Studium der Texttafel folgen wir jetzt der Straße Zum Frühlingsschacht. Hier gibt es wieder zahlreiche Markierungen (ein Winkel, ein Kreuz und die rote 15 des Bergbauwegs), so dass wir sicher geführt werden. Hinter Haus Nummer 25 verlassen wir Bleifeld, erreichen einen kleinen Rastplatz mit Bank, steinernem Tisch und einer schönen Texttafel über den Wald. Wir gehen rechts am Rastplatz vorbei in den Wald hinein. Hier hat sich nun auch die orangene Markierung des „Bergischen Wegs“ hinzugesellt, dem Fernwanderweg, der von Essen zum Drachenfels das Bergische Land von Nord nach Süd durchquert. An einer Wegkreuzung steht ein großer Wanderwegweiser. Wir ignorieren die Hinweise auf den Hin- und Rückweg des Bergbauwegs und folgen stattdessen dem „Bergischen Weg“ in Richtung Bensberg, Forsbach und Hoffnungsthal leicht bergab. Nach nur wenigen Schritten stößt auch die rote 15 des Bergbauwegs wieder dazu. Ihr und der orangenen Markierung des Bergischen Wegs folgen wir nun für längere Zeit durch Kieferwälder. Kurz nachdem wir eine Hochspannungsleitung unterquert haben, weitet sich der Weg zu einem kleinen Platz, umstanden von Kiefern und Birken. Hier lag einst der Zentralschacht des Bergwerks auf dem Lüderich, auch wenn heute davon nichts mehr zu sehen ist. Der Weg führt – den beiden roten und orangenen Markierungen folgend – weiter bergab und gabelt sich zu zwei schmalen Pfaden, von denen wir – den beiden Markierungen gehorchend – den linken wählen. Der Weg ist hier sehr grob geschottert und erfordert einige Trittsicherheit. Als wir wieder etwas Wald erreichen, passieren wir am linken Wegesrand einen Gitterstrommast. Dahinter zweigen kurz hintereinander zwei schmale Pfade ab: Wir nehmen den zweiten davon und folgen so weiter den beiden Markierungen. Kurz nachdem der Weg eine Rechtskurve gemacht hat, geht es an einem unscheinbaren Abzweig nach links, noch immer dem Bergischen Weg und dem Bergbauweg folgend. Der zunächst schmale Weg führt kurze Zeit später zwischen zwei Zäunen von Wasserrückhaltebecken hindurch und steigt zu einem asphaltierten Weg an, dem wir nach rechts folgen. Wir passieren ein großes Tor, an dem wir unsere roten und orangenen Markierungen wieder entdecken, und erreichen auf der rechten Seite erste Häuser. Gegenüber Haus Nummer 29 biegen wir links ab in die Straße Am Hauptschacht (an dieser Einmündung sehen wir neben einem Stromverteilerkasten auch den ersten Hinweis auf das Barbarakreuz und die Mariengrotte). Wir folgen der Straße Am Hauptschacht bergan und während wir auf eine große Kastanie mit einer Bank zulaufen, schweift unser Blick nach rechts: Eine wunderbare Fernsicht über das Bergische Land bietet sich an – und hinter einem Wald erkennen wir auch den Sendemast von Heiligenhaus, dort wo wir herkommen.

Nach einer Kurve stehen wir vor einem großen Tor, der Zufahrt zum Bergwerksgelände. Hier erblicken wir nun auch den Förderturm des Hauptschachts in seiner ganzen Pracht direkt vor uns. So verlockend es auch sein mag, direkt zum Förderturm zu laufen, so ignorieren wir doch das Tor und gehen nach rechts – denn der Turm steht erst später auf unserem Programm.

Förderturm Grube Lüderich

Ein erster Blick auf den Förderturm auf dem Lüderich

An einer Schranke geht links ein geschotterter Weg ab, dem wir ein paar Schritte bergan folgen. Nach einem kurzen Augenblick erkennen wir ein metallenes Gebilde aus dem Grasboden ragen, das an einen Schornstein erinnert, oder aber den Eindruck erweckt, dass unter dem Erdboden ein U-Boot vergraben liegt. Es handelt sich um einen Zugangsschacht eines alten Bunkers aus dem zweiten Weltkrieg. Bis zur Stilllegung des Bergwerks im Jahr 1978 diente er der Grubenwehr als Übungsraum. Auf private Initiative entstand hier im Jahr 2011 die Mariengrotte und wir sollten es nicht versäumen, einmal hineinzuschauen …nicht durch den metallenen Zugangsschacht, sondern über den unterhalb liegenden Eingang. Die Grotte mit der Marienstatue aus dem Wallfahrtsort Medjugorje dient als Ort des Gebets, der Hoffnung und der Zuversicht. Viele Kerzen zeigen, dass Menschen gerne hierhin kommen und ihre Gedanken und Wünsche für sich und andere sammeln und aussprechen.

Mariengrotte Overath

In der Mariengrotte

Wieder am Tageslicht folgen wir dem Weg weiter und erblicken schon bald das gewaltige, 15 Meter hohe Barbarakreuz! Es thront hoch oben auf dem Lüderich, auf einem künstlichen Gipfel, einer einstigen Abraumhalde. Es wurde 1997 errichtet und gilt als Wahrzeichen von Steinenbrück.

Barbarakreuz

Das Barbarakreuz

Wir steigen zum Kreuz hinauf. Unser Ziel ist erreicht!!! Jetzt lohnt sich eine Pause bei atemberaubender Fernsicht. Wir überblicken Steinenbrück, den Nachbarort Untereschbach und die drei Täler von Sülz, Holzbach und Dresbach. Richtung Osten sehen wir Heiligenhaus, können den Sendemast und – mit gutem Auge – auch den Turm der Kirche erkennen und wissen nun, welche Strecke unsere Füße gemeistert haben. Wir können dem Verlauf der Autobahn A4 folgen und sehen auch die gewaltige Holzbachtalbrücke, die diese Straße nimmt. Gegenüberliegend sehen wir den Ortsteil Neichen mit der ehemaligen evangelischen Friedenskirche. Richtung Westen erkennen wir die Ausläufer des Königsforsts und die ersten Stadtteile von Bergisch Gladbach. Nehmen wir uns die Zeit um diese wunderbare Sicht auszukosten, denn niemand hetzt uns!

Barbarakreuz Panorama

Panoramasicht vom Barbarakreuz auf dem Lüderich

Irgendwann müssen wir aber doch Abschied nehmen. Für den Rückweg steigen wir vom Kreuz ab, wandern den Weg vorbei an der Mariengrotte zurück bis zum Tor zum Bergwerksgelände, vor dem wir vorhin schon standen. Wir schreiten hindurch und betreten das Bergwerksgelände, das heute allerdings ein Golfplatzgelände ist. Der Golfplatz, der sich um den Lüderich herumlegt, wirbt damit, der „extremste Golfplatz Deutschlands“ zu sein und weist damit auf die enormen Höhenunterschiede zwischen Abschlägen und Löchern hin. Wir aber wollen nicht golfen, sondern wandern und stehen nach nur wenigen Schritten vor der Texttafel G des Bergbauwegs. Hier lesen wir interessante Informationen zum Bergwerk auf dem Lüderich. Wir umrunden nun das alte Förderhaus, in dem heute der Golfclub und ein Bistro (das Bistro ist öffentlich und bietet sich somit vielleicht für eine kurze Rast an) untergebracht sind. Dennoch sollten wir kurz zum großen Brunnen gehen und von hier aus den Förderturm in seiner ganzen Pracht anschauen. Es ist schön, dass er bis heute erhalten werden konnte!

Förderturm Grube Lüderich

Der Förderturm am ehemaligen Hauptschacht

Brunnen und Förderturm im Rücken gehen wir auf die Ausfahrt der Parkplatzanlage des Golfclubs zu. Sie führt auf eine Zufahrtsstraße. Gegenüber sehen wir Wegweiser zu „Tee 10“ und zur „Drivingrange“, sowie eine Waschanlage für alles, was Golfer so zu waschen haben. Wir gehen die Zufahrtsstraße nach links bergan, sehen schon bald wieder die rote Markierung mit der „15“ des Bergbauwegs und passieren ein großes Tor. An dem Tor steht die Hinweistafel „Erddeponie Lüderich“, die hier in direkter Nähe zum Golfplatz liegt. Am Tor vorbei steigen wir weiter bergauf bis wir an einer Art Wendehammer ankommen. Ein weiteres Tor liegt vor uns und dahinter beginnt die Erddeponie so richtig. Davor biegen wir aber mit der roten 15 („Bergbauweg“), der orangenen Markierung („Bergischer Weg“) und dem A1 nach rechts ab, unterqueren eine Hochspannungsleitung und laufen nun direkt an der Erddeponie entlang, die in diesem Bereich bereits rekultiviert wird. Der Weg gabelt sich, die uns vertrauten drei Markierungen sind nicht leicht zu erkennen, aber wir nehmen den linken, bergansteigenden Weg. Dieser stößt bald auf einen Querweg, auf den wir nach links einbiegen. „Bergbauweg“, „Bergischer Weg“ und „A1“ leiten uns weiter, der Weg ist breit und ermöglicht uns immer wieder weite Fernsichten nach links, während auf der rechten Seite der dichte Wald den Gipfel des Lüderichs verbirgt. Aber wir können am Horizont gegenüber schon die Kirche von Heiligenhaus erkennen und so erahnen, welche Strecke noch vor uns liegt. Nach einiger Zeit stößt von rechts ein Weg hinzu, wir halten uns halblinks auf dem breiten Weg, den bekannten Markierungen folgend. An der nächsten, dreiarmigen Kreuzung stehen ein Wegweiser des Bergischen Wanderlandes und gegenüber ein Stromkasten. Hier verlässt uns der Bergische Weg nach rechts. Wir gehen aber, dem A1 folgend, nach links, passieren nach einiger Zeit am linken Wegesrand ein einsames Häuschen im Wald und kommen dann zu einer Wegekreuzung. Hier gehen wir nach links, folgen der roten 15 und dem Winkel (>), während uns hier nun auch der A1 verlässt. Nach einigen Schritten ignorieren wir den Abzweig nach links und kommen an eine Kreuzung mit einem weiteren Wegweiser des Bergischen Wanderlandes. Hier kamen wir schon auf dem Hinweg vorbei. Der nun folgende kurze Abschnitt ist uns daher bereits bekannt: Wir folgen dem Hinweis „Rösrath-Hoffnungsthal (Rückweg)“ des Bergbauwegs, passieren den schönen Rastplatz am Waldrand, der uns bereits auf dem Hinweg aufgefallen ist, und erreichen wieder die Bebauung von Bleifeld. Vorbei an der Straße „Auf dem Brachfeld“ stehen wir bald erneut vor der Texttafel H, die wir schon auf dem Hinweg studiert hatten. Während wir auf dem Hinweg aus Richtung des Tals kamen, gehen wir jetzt aber geradeaus (die Straße trägt den Namen „Auf dem Steinacker“). Am folgenden Abzweig der Straße in Richtung Hoffnungsthal verlässt uns nun endgültig die rote Markierung 15 nach rechts, während wir über die Breider Straße geradeaus gehen und alsbald Bleifeld verlassen. Am Ortsausgangsschild geht links ein Feldweg ab in den wir einbiegen. Die Markierung mit dem Winkel (>) leitet uns weiterhin. Der Weg bringt uns zunächst leicht bergab, macht dann aber eine Rechtskurve (und umrundet dabei einen imposanten Strommast) und steuert dann zwischen Wiesen und Weiden auf die kleine Ortschaft Boddert zu.

Boddert

Boddert entgegen

In Boddert treffen wir auf eine Querstraße an dessen gegenüberliegendem Laternenpfahl es eine Menge Markierungen gibt: Der Winkel „2“ geht nach rechts, wir aber folgen dem Winkel „12“ nach links, wandern an schönen Fachwerkhäusern zu beiden Seiten vorbei und kommen an den Rand von Boddert. Hier geht die Straße in einen Feldweg über („Durchfahrt verboten“) und führt in einen Wald hinein.

Boddert

Schöner Wohnen in Boddert

Dort, wo uns der kühle Wald empfängt, sehen wir eine Bank und eine Schranke. Wir passieren nicht (!) die Schranke, sondern gehen geradeaus weiter (Winkel 12) über einen schmalen Weg durch den Wald hinab. Der Weg führt uns zurück ins Dresbachtal, wird zu einem Wiesenpfad und mündet auf eine kleine Straße, die nach wenigen Schritten auf eine größere Straße trifft. Hier, wo das Hinweisschild „Talstraße 58 – 60“, ein steinernes Wegekreuz, eine Bank und eine hölzerne Tafel mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen in Großdresbach“ stehen, waren wir auf dem Hinweg auch schon einmal. Nun müssen wir einen weiteren, sehr kurzen Abschnitt ein zweites Mal gehen. Wir gehen nach rechts. Die „Talstraße“ ändert schon bald ihren Namen in „Großdresbach“ und macht eine Linkskurve. Vor dem schönen Fachwerkhaus mit der Nummer 5 biegen wir, dem Winkel folgend, nach rechts ab. Auch die Markierung A1 gesellt sich wieder zu uns. Wir laufen nun auf den Talschluss des Dresbachtals zu. Zur rechten Seite zeigen sich bergansteigende Wiesen, links liegt dichter Nadelwald. Der Weg wird zunächst ein schmaler Trampelpfad und geht dann direkt in Wiese über. Durch das Gras, immer am Waldrand zur linken Seite, steigen wir bergan. Die Markierung A1 ist nicht so leicht zu erkennen. Auch der Abzweig nach links von der Wiese durch die Büsche hindurch erfordert etwas Aufmerksamkeit, doch genau diesen Abzweig müssen wir nehmen. Nun sind wir mitten im Wald, es geht immer weiter bergauf. Der Weg ist etwas uneben, der Wald wirkt ein wenig unaufgeräumt und nach den Markierungen „A1“ müssen wir etwas genauer Ausschau halten. Aber es ist nur eine kurze Strecke und wenn wir uns immer bergauf halten und ab und zu ein „A1“ entdecken, kann nichts schiefgehen. Dafür entschädigt uns gerade an heißen Sommertagen jetzt der kühle Schatten des Waldes. Nach einiger Zeit wird die A1-Markierung wieder zuverlässiger und führt uns bis an die Landstraße 84 heran, die wir vorsichtig überqueren und nach links folgen. Vorbei an der Einmündung „Großdorbusch“ (von hier aus folgen wir A1 und A2) geht es nun schnurstracks geradeaus, dem Fußweg parallel zur Straße folgend, auf Kleinschwamborn und dann auf Heiligenhaus zu.

Weg nach Kleinschwamborn

Das letzte Stück, vorbei an Kleinschwamborn und auf Heiligenhaus zu

Hinter Kleinschwamborn, dort wo nach links der Eibenweg abzweigt (den wir auf dem Hinweg genommen haben) können wir noch einmal linkerhand den Förderturm und das Barbarakreuz erkennen und voller Stolz staunen, welche Strecke wir zurückgelegt haben. Wir erreichen Heiligenhaus, den Kreisverkehr, biegen dort links ab in die Bensberger Straße und stehen nun wieder vor der schönen Rochuskapelle – unserem Ausgangspunkt, jetzt Zielpunkt unserer Wanderung! Damit endet auch unsere Reise von Sankt Rochus nach Sankt Barbara, unsere Reise von Heiligenhaus auf den Lüderich oberhalb von Steinenbrück, unsere Reise zu den Zeugnissen des Glaubens (Peter-Paul-Kapelle, Mariengrotte und Barbakreuz) und zu den Zeugnissen der Arbeit am Förderturm des Hauptschachts.

Symbole der genutzten Wanderwege

Markierungen der genutzten Wanderwege

Hier sind einige der Markierungen zu sehen, die uns auf unserer Wanderung begleiten. Oben links die Markierungen des Bergischen Wanderlandes (orange der „Bergische Weg“ und rot mit der Nummer 15 der „Bergbauweg“ ), dazu der SGV-Ortswanderweg A1. Oben rechts die Markierungen der SGV-Ortswanderwege A1 und A2. Unten links sind zusätzlich der Winkel (Verbindungswege des SGV) und das X (Fernwanderwege des SGV) zu sehen. Unten rechts sieht man, dass an einigen Stellen die Winkel mit Zahlen ergänzt werden (dies ist zum Beispiel in Boddert wichtig, wo zwei Winkel-Wege aufeinander treffen).

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Blicke von oben herab

Im Bergischen Land geht es ständig auf und ab und naturgemäß hat man von oben den besseren Überblick. Um diesen noch leichter zu ermöglichen, gibt es zahlreiche Aussichtstürme, die zum Besteigen, zum Genießen der weiten Panoramasicht und vielleicht auch zu einer kleinen Wanderung in der Nähe einladen. Hier einmal eine Liste der zehn schönsten Aussichtstürme. Die Reihenfolge entspricht keiner Rangfolge, auch erhebt die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zusätzlich gibt es noch zwei weitere Aussichtspunkte ohne Turm.

Nr. 1: Die Hohe Warte (Gemeinde Engelskirchen)

Hoch über dem Aggertal steht ein großer Sendemast, der aus allen Richtungen gut zu erkennen ist. Daneben steht ein kleiner Aussichtsturm, der im Schatten des gewaltigen Sendemasts geradezu unscheinbar wirkt, der jedoch eine der spektakulärsten Panoramarundblicke ermöglicht. Von hier oben überblicken wir das Agger- und das Wiehltal, sehen Engelskirchen, Schnellenbach und Bielstein, blicken bis zum Heckberg und zum „Müllkegel“ von :metabolon. Auch der Haldyturm oberhalb von Ründeroth ist zu erkennen. Doch der Blick reicht weit darüber hinaus und ermöglicht uns eine Übersicht über das gesamte Oberbergische Land. Der Weg hinauf zur Hohen Warte ist steil, aber die Aussicht entschädigt für jeden beschwerlichen Schritt.

…und wie kommt man dorthin?

Wir parken in Ründeroth. Am Ortsausgang in Engelskirchen, am Abzweig zur Aggertalhöhle, begegnen uns die gelben Markierungen des Bergischen Panoramasteigs, die uns bis hinauf zur Hohen Warte führen. Wer es lieber kurz und knackig haben möchte, parkt am Mitfahrerparkplatz an der A4-Ausfahrt Bielstein, schlägt sich über einen Trampelpfad am Ende des Parkplatzes durch die Büsche und folgt nach rechts über eine Brücke, sowie weiter den gelben Markierungen des Panoramasteigs.

Nr. 2: Der Dorner Kopf (Stadt Gummersbach)

Dieser Aussichtsturm hört auch auf den Namen „Aussichtssturm Derschlag“, doch klingt „Dorner Kopf“ doch irgendwie spannender. Zugegeben, das Bauwerk wurde etwas künstlich auf Mittelalter getrimmt, doch macht dieser Stil den Reiz des Turmes aus. Die Aussicht lohnt jedoch auf alle Fälle: Wir blicken auf das Aggertal, Derschlag und Bergneustadt und sehen auch die Steinbrüche auf der gegenüberliegenden Talseite, den Unnenberg und auch die Skisprungschanzen von Meinerzhagen.

…und wie kommt man dorthin?

Vom Wanderparkplatz in Derschlag (am kleinen Busbahnhof) führt die Markierung mit einem umgedrehten „T“ hoch hinauf auf den Dorner Kopf (und als Rundweg auch wieder hinab). Wer es etwas weniger steil haben möchte, sucht sich in Dorn (Gemeinde Reichshof, gelegen an der K 57 von Allenbach aus erreichbar) einen Parkplatz am Straßenrand und folgt der Markierung „Raute 3“.

Nr. 3: Auf dem Lindchen (Gemeinde Nümbrecht)

Lange war er geschlossen, aber nach viel Engagement konnte der hölzerne Riese saniert und wieder eröffnet werden. Der Aussichtsturm „Auf dem Lindchen“ liegt am Ortsrand von Nümbrecht und bietet eine weite Sicht über das Homburger Land. Der Blick reicht von Schloss Homburg bis nach Panarbora. Und das „Turmstübchen“ nebenan lädt zu einer kleinen Stärkung ein.

…und wie kommt man dorthin?

Von Schloss Homburg führt der „Klangpfad“ (einer der Bergischen Streifzüge, markiert mit einer roten „21“) direkt zum Aussichtsturm. Der Rundweg ist 6,1 km lang, es lohnt sich also, nach der Turmbesteigung weiter zu wandern. Man kann aber auch mit dem Auto bis direkt zum Turmstübchen fahren und damit direkt am Turm parken. …wandern macht aber mehr Spaß!

Nr. 4: Der Unnenberg (Gemeinde Marienheide)

Der Unnenberg wird von vielen Personen als höchster Punkt im Bergischen Land angesehen. Dies stimmt nicht ganz (die Homert an der Grenze von Gummersbach zum Sauerland ist noch höher), doch ist der Unnenberg einer der herausragenden Berge in unserer Region und von vielen Orten aus gut zu erkennen, was auch an dem aus den Bäumen herausragenden Aussichtsturm liegt. Von der gewaltigen Metallkonstruktion aus können wir die Staumauer der Aggertalsperre, den Aussichtsturm Knollen oberhalb von Bergneustadt, die Bonte Kerke in Lieberhausen, die Gummershardt, den Dorner Kopf, und ja, auch die Homert erkennen. Der Blick reicht bei gutem Wetter sogar bis zu den Kohlekraftwerken im Braunkohlerevier jenseits des Rheins.

…und wie kommt man dorthin?

Rund um den Unnenberg gibt es eine Reihe von Wanderparkplätzen, z.B. an der Straße vom Dorf Unnenberg (Stadt Gummersbach) nach Dannenberg, von dort führen X3 und X11 zum Aussichtsturm. Doch auch die Zufahrt mit dem Auto bis direkt an den Turm ist möglich.

Nr. 5: Die Meerhardt (Stadt Gummersbach)

Ganz und gar ungewöhnlich kommt uns der Aussichtsturm Meerhardt vor. Er ist einer „romantischen“ Burgruine nachempfunden, doch letztlich wurde er Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Es gibt keine große Aussichtsplattform, aber einzelne, schwindelfreie Personen können über eine Treppe bis auf den höchsten Punkt steigen und den Blick über das Aggertal und Dieringhausen bis zur Hohen Warte und zum Müllkegel von :metabolon genießen.

…und wie kommt man dorthin?

Man parkt am besten in Dieringhausen und geht zu Fuß in die unscheinbare „Alte Straße“. Von dort aus folgt man der Markierung V1 über steile Treppen, durch eine alte Eisenbahnersiedlung und schließlich in den Wald hinein.

Nr. 6: Die Jähhardt (Gemeinde Morsbach)

Der Aussichtsturm auf der Jähhardt hört auch auf den Namen „Hohe Hardt“ oder – ganz unspektakulär – auf „Aussichtsturm Morsbach. Die schlanke Metallkonstruktion mit ihrer innenliegenden Wendeltreppe erfordert etwas Zutrauen in den Erbauer, denn der ganze Turm schwankt schon ein wenig im Wind. Dafür wird man aber mit einer großartigen Aussicht über den Südosten des Bergischen Landes belohnt. Man blickt über Morsbach, das Wissertal und die umliegende reizvolle Landschaft.

…und wie kommt man dorthin?

Vom Ortskern in Morsbach aus führt der familientaugliche „Baumweg“ (einer der Bergischen Streifzüge, markiert mit einer roten 24) als 6,5 km langer Rundweg am Aussichtsturm Jähhardt vorbei.

Nr. 7: Panarbora (Marktstadt Waldbröl)

Der prominenteste, wenn auch jüngste Vertreter in dieser Liste, ist der gewaltige Turm von Panarbora. Der erst 2015 eröffnete Naturerlebnispark am Rand von Waldbröl umfasst eine Jugendherberge, vielfältige Freizeitmöglichkeiten und Gastronomie. Höhepunkte sind aber der einzigartige Baumwipfelpfad und eben der Aussichtsturm. Auf die mächtige Holzkonstruktion (und den Baumwipfelpfad) führt eine schneckenförmige Rampe, weshalb alles sogar barrierefrei besucht werden kann. Von hier oben blicken wir weit über den Südosten des Bergischen Landes. Wir sollten die Gelegenheit nutzen, auch den Rest von Panarbora zu besichtigen.

…und wie kommt man dorthin?

Von Waldbröl aus ist Panarbora gut ausgeschildert. Es gibt ausreichend Parkplätze vor Ort. Der Bergische Panoramasteig führt in der Nähe vorbei.

Nr. 8: Der Hindenburgturm (Stadt Wermelskirchen)

Der Hindenburgturm diente ab 1928 als Wasserturm für den Ortsteil Ketzbergerghöhe (bei Dabringhausen). Heute können wir trockenen Fußes die Aussicht genießen. Von außen wirkt er unspektakulär, doch von innen können wir Köln, seinen Dom und den Fernsehturm ebenso erkennen, wie Remscheid und sogar den Ölberg im Siebengebirge. Nur die Große Dhünntalsperre in unmittelbarer Landschaft versteckt sie – wie so häufig. Der Hindenburgturm ist grundsätzlich abgeschlossen – aber an der Tür gibt es eine Liste mehrerer Nachbarn, bei denen man klingeln und den Schlüssel ausleihen kann. Diese machen das stets sehr gerne!

…und wie kommt man dorthin?

Der Hindenburgturm liegt direkt in Ketzbergerhöhe an der K17. Wer wandern möchte, parkt am Wanderparkplatz Lindscheid (an der Großen Dhünntalsperre) und folgt dem 7,4 km langen Rundwanderweg „Siefen, Wälder und Höhen“ (markiert mit D1).

Nr. 9: Der Haldyturm (Gemeinde Engelskirchen)

Laut einer Inschrift haben „dankbare Mitbürger“ im Jahr 1903 ihrem Landrat Haldy diesen Turm gestiftet. Zeiten, in denen Politikern solche Dankbarkeitsbezeugungen zuteilwurden, sind vorbei. Doch wir können heute ebenfalls dankbar sein, denn dieser schöne Aussichtsturm ist etwas ganz Besonders. Wir blicken von hier aus auf das Aggertal und die roten Züge der Oberbergischen Bahn, auf Ründeroth – die „Perle des Aggertals“ – und hinüber bis zur Hohen Warte und zur Wiehltalbrücke. Besonders beeindruckend ist es aber, dem Verlauf der Agger zu folgen: Vielleicht nicht ganz so spektakulär, wie die Saarschleife, aber doch sehr imposant zieht hier der Fluss und, ihm folgend, das ganze Tal eine große, eindrucksvolle Kurve.

…und wie kommt man dorthin?

Vom Wanderparkplatz am „Dörrenbergplatz“ in Ründeroth direkt an der Agger führt uns die Wandermarkierung A6 hinauf bis zum Haldyturm.

Nr. 10: Der Knollen (Stadt Bergneustadt)

Der Aussichtsturm auf dem Knollen ist der Zwillingsbruder vom Turm „Auf dem Lindchen“ in Nümbrecht. Von der mächtigen, dreibeinigen Holzkonstruktion aus blicken wir über die Baumwipfel hinweg auf den Osten des Bergischen Landes. Bergneustadt und Hackenberg liegen uns zu Füßen, auch der Unnenberg ist zu erkennen. Die Aggertalsperre in unmittelbarer Nähe versteckt sich – wie die meisten Talsperren – jedoch hinter den Wäldern. Doch das fällt nicht ins Gewicht, denn es gibt so viel mehr von hier oben zu entdecken.

…und wie kommt man dorthin?

Vom Wanderparkplatz an der Staumauer der Aggertalsperre führt uns der Wanderweg „A3“ bis auf den Knollen. Wir können aber auch in Hackenberg parken und folgen der „Raute mit 2“ und dem „X3“.

Nr. 11: :metabolon (Gemeinde Lindlar)

Zwei weitere Aussichtspunkte ohne Turm sollen hier ebenfalls noch genannt werden. Sehr bekannt ist :metabolon. Die komische Schreibweise ist kein Fehler, sondern entspricht der Schreibweise vieler Projekte, die im Rahmen der Regionale 2010 entstanden sind. Auf der ehemaligen Mülldeponie Leppe wurde der Müllkegel unter einer wasserdichten Schicht verborgen. Ein gewaltiger Aufstieg führt bis ganz nach oben und lässt einen spektakulären Rundblick auf das Bergische Land zu. Weitere Freizeitangebote und ein außerschulischer Lernstandort ermöglichen weitere Aktivitäten auf :metabolon. Viele, teilweise interaktive Lernstationen machen uns Möglichkeiten der Müllvermeidung und die Konsequenzen unserer alltäglichen Handelns bewusst.

…und wie kommt man dorthin?

Von der A4-Ausfahrt Engelskirchen fahren wir über die L 302 in Richtung Marienheide. Nach wenigen Minuten Fahrzeit ist ein Abzweig nach links zum „Entsorgungszentrum Leppe“ ausgeschildert. Es gibt viele Parkplätze vor Ort.

Nr. 12: Der Lüderich (Stadt Overath)

Auch hier gibt es keinen Aussichtsturm, aber eine tolle Aussicht. Der Lüderich liegt oberhalb von Steinenbrück und Untereschbach. Hier oben befand sich bis in die 70er-Jahre ein Erzbergwerk. Auf der aufgeschütteten Halde wurde 1997 das Barbarakreuz errichtet. Von diesem weithin sichtbaren Kreuz eröffnet sich uns ein weiter Blick über das Sülztal, das Dresbachtal und das Holzbachtal. In unmittelbarer Nähe können wir noch die Mariengrotte und den Förderturm des ehemaligen Bergwerks besichtigen.

…und wie kommt man dorthin?

Von der A4-Ausfahrt Untereschbach fahren wir in Richtung Overath und erreichen in Steinenbrück einen Kreisverkehr. Von dort folgen wir der Ausschilderung zum Golfplatz. Parkplätze gibt es am Golfplatz, von wo aus das Barbarakreuz zu Fuß erreichbar ist. Da die Parkplätze im Besitz des Golfclubs sind, sollte man fragen, ob man für eine kurze Wanderung hier parken darf.

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Eric Renneberg - Wanderung um Ründeroth

Die heutige Wanderung führt rund um Ründeroth in der Gemeinde Engelskirchen im Oberbergischen Kreis. Auf unserer Strecke streifen wir mit der Aggertalhöhle, dem Oelchenshammer und dem Haldyturm gleich drei Ründerother „Hotspots“. Viereinhalb bis fünf Stunden muss man für die Wanderung einplanen, dazu kommen eventuelle Besichtigungszeiten für die Höhle, den Hammer oder den Turm. Die Strecke führt mit mehreren Steigungen über Wanderwege, schmale Pfade, Steige am Flusshang, asphaltierte (aber verkehrsarme) Straßen und durch einzelne Ortschaften und ist dabei sehr vielseitig. Kleine Täler und Höhen mit Weitsicht wechseln sich ebenso ab, wie offenes Weideland und ruhige Wälder. Da die Aggertalhöhle und der Oelchenshammer nur zwischen April und Oktober geöffnet haben, bieten sich diese Monate besonders an. Doch auch zu allen anderen Jahreszeiten lohnt sich die abwechslungsreiche Wanderung.

Ründeroth erreicht man über die Autobahn A4, Anschlussstelle Engelskirchen. Am Ende der Ausfahrt biegt man links ab und folgt der Beschilderung nach Ründeroth. Startpunkt ist der große Parkplatz in der Straße „Dörrenbergplatz“ (von der Hauptstraße zusätzlich mit dem Schild „Aggerstrand“ gekennzeichnet).

Wir können uns überlegen, ob wir uns vor oder nach der Wanderung noch den schönen Ortskern von Ründeroth, mit dem Millionentor, den Kirchen, den schönen Fachwerkhäusern und dem kleinen Kurpark anschauen wollen. Ründeroth gilt als „Perle des Aggertals“ und das sicher auch in gewisser Weise berechtigt! Vom Parkplatz aus können wir über uns auch schon den Haldyturm erkennen, der am Ende unserer Wanderung eines unserer Ziele sein wird. Wir überqueren vom Parklplatz aus an der Brücke die Agger, dahinter gehen wir links. Wir gehen einen schmalen, reizvollen Steig entlang der Agger, passieren ein Wehr und blicken begleitet vom Rauschen des Wassers auf den Ortskern von Ründeroth auf der anderen Flussseite.

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

Die Agger in Ründeroth

Noch bevor wir die Straßenbrücke unterqueren, gehen wir rechts einen kleinen Fußweg und stoßen auf die Hauptstraße von Ründeroth, die hier auf den Namen Hüttenstraße hört. Wir gehen rechts, queren die Straße Hohenstein und steigen hinter der Gaststätte „Ründerother Eck“ rechts die steile Straße Am Mühlenberg hinauf. Hier begegnen uns die Markierungen „Weiße Raute“ und A3, denen wir zunächst folgen. Links, jenseits des Aggertals, können wir einen Sendemast ausmachen: Dies ist die Hohe Warte. Dort oben, neben dem Sendemast, gibt es einen weiteren Aussichtsturm, der einen wunderbaren Ausblick über das Agger- und Wiehltal und die Höhen des Bergischen Landes ermöglicht. Wir steigen aber den Mühlenberg weiter hinauf. Dies hier ist das „Dichterviertel“: Wir lassen den Droste-Hülshoff-Weg und die Goethestraße links und rechts liegen und stoßen bald auf eine Querstraße, die nach rechts Herderstraße, nach links Lessingstraße heißt. Wir entscheiden uns für Links und Lessing, gehen an großzügigen Neubauten vorbei bis zum Ende der Straße. Hier beginnt links die Goethestraße, wir aber gehen rechts auf einen Waldweg, der Raute und dem A3 folgend. Rechterhand liegen die Zäune des Dichterviertels, linkerhand liegt beruhigender Wald. An einem Abzweig an einer Bank folgen wir links dem Hinweisschild „Zur Höhle“. Offiziell ist dieser Weg mit der Raute, dem A3 und dem A1 markiert, aber die Markierungen sind sehr spärlich gesät. Wir steigen über einen steilen, schmalen Pfad durch Nadelwälder ab und erreichen eine Landstraße im Tal. Diese überqueren wir und haben damit bereits unser erstes Etappenziel erreicht, die Aggertalhöhle.

1.071 Meter ist die Aggertalhöhe lang, damit ist sie die längste Höhle im Rheinland. Im Inneren gibt es einen Höhenunterschied von 31 Metern, mit beständigen 6 bis 8 °C ist es jedoch stets sehr frisch. Wenn wir am Kassenhäuschen vorbei gehen (und auch das „Eventwerk“ rechts liegen lassen, zumal diese Disco zu der Zeit, in der wir wandern, ohnehin keinen Betrieb hat), kommen wir auch direkt am Eingang der Höhle vorbei (Infos auch unter www.aggertalhoehle.de). Ein Besuch mit Führung lohnt sich immer wieder.

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

Der Eingang zur Aggertalhöhle

Um unsere Wanderung fortzusetzen, gehen wir am Höhleneingang vorbei und geradeaus den Berg hinauf. Die Raute weist uns weiter den Weg, sowie jetzt neu das A2 und das halbe Mühlrad (die Wegemarkierung der „Straße der Arbeit“), jedoch müssen wir nach diesen Markierung auf diesem Abschnitt sehr gründlich Ausschau halten. Der Weg führt durch abwechslungsreiche Mischwälder. Nach einer Linkskurve erreichen wir einen Querweg, dem wir nach rechts und damit weiter bergauf folgen. Bald öffnet sich zur rechten Seite der Wald und lässt den Blick auf die Ortschaft Schnellenbach zu. An einer Bank stößt von links ein weiterer Weg hinzu, sowie mit ihm die gelbe Markierung des Bergischen Panoramasteigs, der wir nach rechts folgen. Der Name „Panoramasteig“ ist an dieser Stelle richtig gewählt, bietet sich uns hier doch eine gute Fernsicht. Nach nur wenigen Schritten stehen wir an einer Kreuzung und folgen jetzt nur noch dem Bergischen Panoramasteig und seinen gelben Markierungen geradeaus in die Ortslage Feckelsberg (Tempo-30-Zone).

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

Feckelsberg und ein Teil seiner Bevölkerung

Der Bergische Panoramasteig führt uns durch Feckelsberg, zunächst in einer Rechts-, dann in einer Linkskurve. Noch vor der Bushaltestelle folgen wir den Markierungen nach rechts und steigen über die asphaltierte Fahrstraße in den Wald hinab. Einen ersten Abzweig auf der rechten Seite ignorieren wir. Dem zweiten Abzweig rechts folgen wir aber: An dieser Stelle verlassen wir den Panoramasteig und seine gelbe Markierung und folgen jetzt den Markierungen A3 und „Straße der Arbeit“ (halbes Mühlrad). Unser Weg führt nach einer Rechtskurve oberhalb der Schnellstraße (dem Autobahnzubringer zur Ausfahrt Engelskirchen) entlang, weshalb es auf dem folgenden kurzen Abschnitt nun nicht mehr ganz ruhig sein wird. Doch dieser Umstand wird sich erfreulicherweise schon bald wieder bereinigen. Der breite Waldweg führt bis in Leppetal hinab.

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

An der Leppe

Am Ufer der Leppe angekommen liegt nur vor uns der Oelchenshammer. Der Oelchenshammer ist Außenstelle und damit ein Teil des LVR-Industriemuseums in Engelskirchen und kann von April bis Oktober besichtigt werden. Infos hierzu gibt es unter: https://industriemuseum.lvr.de/de/die_museen/engelskirchen/oelchenshammer/oelchenshammer.html

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Das Schmiedehaus des Oelchenshammer

Der Oelchenshammer ist einer der letzten wasserbetriebenen Schmiedehämmer im Bergischen Land. Er ist voll funktionsfähig und wird zu verschiedenen Veranstaltungen (z.B. zur Nacht der Schmiedefeuer jedes Jahr im August) in Betrieb gesetzt. Hammerwerke wie dieses haben die Industrie im Bergischen Land einst groß gemacht. Hier kann man noch das Wasserrad, den gewaltigen Eichenstamm, der die Bewegung des Wasserrads überträgt, und schließlich die schweren Hämmer in Betrieb erleben und dem Schmied bei seiner Arbeit über die Schulter schauen. Einst gab es Hunderte dieser Hammerwerke an den Bergischen Flüssen und Bächen. Heute sind nur ganz wenige erhalten. Es ist schön, dass der Oelchenshammer gepflegt, erhalten und immer wieder auch betrieben wird.

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

Im Inneren des Oelchenshammers

Nach der Besichtigung des Hammers steigen wir rechts des eingezäunten Geländes den Markierungen A3 und „Straße der Arbeit“ folgend einen Weg hinauf. Links können wir den idyllischen Wasserteichs des Hammers erkennen. Der Weg führt hinauf in die Ortschaft Bickenbach. Nachdem wir die ersten Grundstücke passiert haben, kommen wir an die Ründerother Straße, jedoch ohne ein Straßennamensschild erkennen zu können. Hier, uns gegenüber liegt das Haus mit der Nummer 41, biegen wir links ab, folgen A3 und „Straße der Arbeit“ und passieren auf der linken Straßenseite ein Bauunternehmen. Nachdem wir auf der rechten Straßenseite ein wahrlich beeindruckendes Haus aus Bruchstein gesehen haben, biegen wir rechts in den Forellenweg ein und folgen nun der Markierung A1. Wir kommen an einem Spielplatz vorbei, danach steigt der Weg in einem kleinen Bachtal sehr gemäßigt bergauf. Dieser sehr schöne Abschnitt unserer Wanderung führt durch ein naturbelassenes und besonders ruhiges Tal mit seinen dichten Wäldern und man wünscht sich, dass wir dem Tal noch viel länger folgen könnten. Hinter ein paar Fischteichen (hinter Zäunen und Hecken) gehen wir geradeaus und steigen weiter bergan. Als sich die Wälder rechts und links öffnen, erblicken wir rechts die Häuser von Remerscheid.

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

Kurz vor Remerscheid

Auf der Höhe angekommen stehen wir an einer fünfarmigen Wegekreuzung. Wir nehmen den zweiten Abzweig rechts, der uns zwischen Baumbewuchs auf der rechten und offenen Wiesen auf der linken Straßenseite leicht bergab führt. Ein kleiner Feldweg (der rechts „Zur Kamper Wiese“ heißt) kreuzt unsere Straße ab einer Bank. Hier biegen wir links in den Feldweg ein. „Durchfahrt verboten“ heißt es hier, doch wir gehen ja zu Fuß. Schwere Betonpoller versperren den Autos den Weg, wir aber können problemlos vorbei und erreichen den Ort Wallefeld. An den ersten Häusern gehen wir geradeaus. Die Straße führt nun leicht bergab zunächst in einer sanften Rechts-, dann in einer ebenso sanften Linkskurve hinab in den Ortskern von Wallefeld. Hier stoßen wir auf die Unterdorfstraße, der wir nach links auf dem rechtsseitigen Bürgersteig folgen.

Am rechten Straßenrand liegt ein gewaltiger Findling mit dem metallenen Wappen Wallefelds. Dahinter zweigt rechts der schmale Kurheimweg ab. Diesem folgen wir bis an sein Ende. Vor Haus „Zwölf“ (die Hausnummer ist mit Buchstaben geschrieben) biegen wir rechts in einen geschotterten Weg ein, der direkt auf den Bolzplatz von Wallefeld führt. Diesen überqueren, passen dabei auf, dass wir die Jungs aus dem Dorf nicht beim Fußballspiel stören, queren über eine Brücke einen kleinen Wasserlauf, passieren das Dorfgemeinschaftshaus und erreichen dann das Freibad Wallefeld.

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Im Freibad von Wallefeld

Das Freibad Wallefeld ist das älteste Naturbad in Nordrhein-Westfalen und wird ohne öffentliche Zuschüsse vom Wallefelder Verschönerungsverein betrieben. An warmen Tagen ist es sehr gut besucht: Ein gutes Beispiel für gelungenes bürgerschaftliches Engagement.

Wir überqueren den Parkplatz des Freibades. Dahinter folgen wir einem breiten Weg, gekennzeichnet mit der Markierung A3. Der schöne, ruhige Weg führt uns aus Wallefeld heraus. An einer Weggabelung fehlt die Markierung, doch wir entscheiden uns für den rechten, leicht abfallenden Weg. Rechts fließt munter der kleine Walbach, links taucht auch bald wieder die A3-Markierung auf. An einer Lagerhalle rechterhand stoßen wir auf eine asphaltierte Querstraße, der wir nach links und auch dem A3 leicht bergan folgen. Nach einer leichten Rechtskurve lenkt uns die Markierung von der Straße weg rechts über einen breiten Weg in den Wald hinein. Dieser Weg macht nach ein paar Schritten eine deutliche Linkskurve (mit einem Weg geradeaus, den wir aber ignorieren). Wir folgen dem A3 durch die Linkskurve, steigen weiter durch den Nadelwald bergan.

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Entdeckungen am Wegesrand

Bald tut sich zu unserer linken Seite eine gewaltige Wiese auf, eingerahmt von weiteren Wäldern. Wir bleiben kurz stehen und hören… nichts! Es herrscht hier absolute Ruhe! Man muss geradezu innehalten und lauschen, allenfalls einen Vogel oder das Rauschen der Blätter ist zu vernehmen. Ein magischer Ort…

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

Absolute Ruhe!

Wir steigen nun weiter bergan, hören nun wieder das Geräusch unserer Schritte und stoßen an einen Querweg. Hier verlässt uns das A3 nach links, wir folgen dem A9 nach rechts. Der leicht mit Gras bewachsene Weg führt uns bergab. Nun müssen wir aufpassen! Denn schon bald zweigt der A9 (die Markierung ist rechts an einer Buche zu erkennen) nach links hinten in einen kleinen, unscheinbaren Pfad ab. Diesen nehmen wir, steigen bergab und stehen bald vor einem hohen Holzzaun. Hier gehen wir rechts und erreichen nach ein paar Schritten eine asphaltierte Straße, der wir nach rechts folgen. Die Häuser, denen wir hier begegnen, hören auf den Ortsnamen Müllensiefen. Hinter dem Haus mit der Nummer 28 weist uns die A3-Markierung nach links in eine kleine Straße, in die wir einbiegen und die uns sogleich in einer Rechtskurve bergan führt. Die Straße geht über in einen unbefestigten Weg, der uns an einem Fachwerkhaus und einer Scheune vorbei bergauf führt.

Wir ignorieren einen größeren Abzweig links und auch den kleinen, leicht zu übersehenden Abzweig kurz dahinter (auch wenn hier die A9-Markierung abzweigt) und wandern ohne Markierung auf dem breiten Weg geradeaus. Schon bald kommt der Haldyturm in unser Blick, das letzte große Zwischenziel unserer Wanderung. Von hier wirkt er noch recht unspektakulär, doch wenn wir erst einmal direkt davor stehen, staunen wir über den Turm, der uns an einen Bergfried einer Ritterburg erinnert.

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

Der Haldyturm oberhalb von Ründeroth

Seinerzeit haben „Dankbare Mitbürger ihrem Landrat Haldy 1903“ diesen Turm gewidmet, so steht es auf einer Platte neben dem Turmeingang. Wir sollten die Gelegenheit nutzen, den Turm zu besteigen. Von hier oben blicken wir auf Ründeroth, können auf dem Parkplatz am Aggerstrand tief unter uns unser Auto erkennen und staunen, welche Kurve das Aggertal hier macht. Es mag nicht ganz die „Saarschleife“ sein, doch spektakulär mutet der Flussverlauf hier schon an. Wir können von hier oben bis zur Wiehltalbrücke der Autobahn A4 blicken und sehen auch wieder die Hohe Warte auf der gegenüberliegenden Seite mit ihrem Sendemast.

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

Vom Haldyturm aus sieht man, welch große Kurve das Aggertal macht

Wieder abgestiegen gehen wir hinter dem Haldyturm den Weg, den wir gekommen sind, wieder zurück und zwar links am Wasserbehälter vorbei. Wir stoßen an den Abzweig (auf der linken Seite), aus dem wir vorhin gekommen sind, gehen nun aber gerade aus bis zur Schutzhütte mit dem netten Namen „Aggerblick“. Noch vor der Hütte geht es rechts ab die Berg hinunter. Ab hier folgen wir bis zum Ende unserer Wanderung der Markierung A6. Der breite, steil abfallende Weg stößt auf eine Querstraße, der wir nach rechts folgen. Nach einer großen Linkskurve und einem schönen Rastplatz auf der rechten Seite erreichen wir den Ort Stiefelhagen.

Wir treffen auf eine weitere Querstraße, in die wir rechts abbiegen (Stiefelhagener Straße). Dort passieren wir einige sehr schöne Fachwerkhäuser. Hinter einer Scheune haben wir die Bebauung verlassen. Der Weg macht eine große Linkskurve bergab und führt wieder in den Ort zurück. Dort, wo nach links die Oskarstraße abzweigt, gehen wir nach rechts. Achtung, hier, nachdem wir rechts abgebogen sind, müssen wir wieder besonders aufpassen: Wir folgen nicht dem breiteren Weg nach links, sondern gehen den schmalen Pfad rechts. Die Markierung A6 auf dem Mast einer Straßenlaterne zeigt uns, dass wir richtig sind. Wir passieren ein Drängelgitter, folgen dem zunächst gepflasterten Weg bergab, gehen zunächst in einer Rechts-, dann in einer leichten Linkskurve und müssen nun abermals wachsam sein: Hier zweigt ein schmaler Weg rechts ab, dem wir folgen. Das Schild „Naturschutzgebiet“ begrüßt uns, an seinem Pfahl taucht nun erstmals ein weißes Quadrat als neue Markierung auf. Wir gehen nun auf einem schmalen Steig im Steilhang oberhalb der Agger weiter. Auf dem gegenüberliegenden Flussufer liegt das Stahlwerk Dörrenberg. Geländer verhindern unseren Absturz in die Agger.

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

Über dem Aggerufer

Wir stoßen an einen weiteren Abzweig an einer Bank. Die Markierung A6 weist an dieser Stelle sowohl nach rechts den Berg hinauf, als auch geradeaus weiter an der Agger entlang. Wir bleiben unten und folgen weiter dem Flusslauf, bis wir an eine Fußgängerbrücke stoßen. Wir erkennen sie wieder: Vor viereinhalb bis fünf Stunden begann hier unsere Wanderung.

Eric Renneberg - Eine Wanderung um Ründeroth

Auf der Aggerbrücke

Wir überqueren die Brücke und erreichen unseren Ausgangspunkt wieder. Vielleicht bleiben wir aber noch einmal mitten auf der Brücke stehen und denken an all das zurück, was wir während unserer Wanderung erlebt haben… Die Aggertalhöhle mit ihren schmalen Gängen, der Lärm des Oelchenshammers, die wunderbare Aussicht vom Haldyturm, Steigungen, Gefälle, weite Wiesen, dichte Wälder, ruhige Täler, so manche Panoramaaussicht, vielleicht auch das eine oder andere Eichhörnchen oder Reh.

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Eine Wanderung zu den Vorsperren der Großen Dhünntalsperre

Mitten im Rheinisch-Bergischen Kreis liegt etwas, was allein aufgrund seiner schieren Größe den Namen „Kleinod“ nicht verdient: Die Große Dhünntalsperre ist die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Und egal, von wo aus man sie betrachtet – man kann ihre Dimensionen bestenfalls erahnen, niemals aber in Gänze erfassen. Meine heutige Wanderung führt zu beiden Vorsperren. Im ersten Drittel durchwandert man herrliche Landschaftsräume, doch vom Wasser ist nichts zu sehen. Doch im zweiten und im dritten Drittel der Strecke wird man dafür umso mehr entschädigt. Ich selber bin in ruhigem Wandertempo gelaufen, habe immer mal wieder Fotostopps eingelegt und an beiden Vorsperren eine Rast gemacht. So war ich insgesamt fünf Stunden unterwegs.

Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz Neumühle. Man erreicht ihn über die B 506 von Bergisch Gladbach über Bechen bis zur Ortslage Laudenberg. Hier biegt man links in die L 409 ein (Richtung Wermelskirchen und Dhünn). Die Straße schlängelt sich hinab und erreicht an ihrer tiefsten Stelle auf der rechten Seite den großzügigen Wanderparkplatz.

Direkt neben dem Parkplatz plätschert die Dhünn gemütlich an uns vorbei. Genau genommen ist es die Große Dhünn, denn es gibt noch eine Kleine Dhünn, deren Zusammenfluss heute aber mitten in der großen Talsperre liegt. Noch weiß das muntere Bächlein nichts von dem riesigen „Bergischen Ozean“, in den es in nur wenigen Metern hinein fließen wird. Unmittelbar in der Nähe endet übrigens ein Stollen, der Wasser von der weit entfernten Sülz hinüber zur Dhünn leitet, um so ebenfalls die Talsperre zu speisen. Dieser Stollen ist für uns Wanderer jedoch nicht zu sehen.

Fröhlich murmelnd fließt die Große Dhünn am Wanderparkplatz Neumühle vorbei

Zwei Drittel der Tour verlaufen über das Stadtgebiet von Wermelskirchen, das letzte Drittel liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Kürten. Vom Parkplatz aus überqueren wir die L 409. Auf der anderen Seite empfangen uns eine Reihe von Wandermarkierungen: Eine blaue Markierung mit dem weißen Schriftzug „dhünn“ und eine schwarze Markierung mit weißem Rechteck und dem Namen „unverDHÜNNt 2“. Wir folgen ihnen aber nur wenige Meter und stehen schon nach einigen Schritten vor einem großen Tor. „Reiten verboten“ heißt es dort. Hier verlassen wir die Markierungen bereits und folgen den Radwegmarkierungen noch vor dem Tor rechts den Hang hinauf. Unfassbar, dass dieser holprige, unbefestigte, teilweise als Hohlweg erkennbare Weg für Fahrradfahrer ausgewiesen ist. Für uns Fußgänger reicht es jedoch problemlos. Der „Radweg“ führt steil bergan und mündet in eine Wiese. An einer Bank folgen wir der Radwegmarkierung weiter geradeaus auf eine asphaltierte Straße.

Bald erreichen wir einen kleinen Ort: Heister heißt er.

Kein Ortsschild sagt uns, dass wir richtig sind, aber an dem verschieferten Haus auf der linken Straßenseite können wir den entsprechenden Straßennamen erkennen. In Heister folgen wir dem Straßenverlauf hinauf, bis wir an eine Querstraße stoßen. Hier biegen wir, dem Radweg folgend, links ab und passieren das „Seminarhaus Unter-Linden“ auf der linken Straßenseite.

Ein interessanter Radweg: Über eine Wiese in Richtung Heister

Wir wandern weiter bis zum nächsten Ort, dessen langer Name Hammesrostringhausen beinahe nicht mehr auf das grüne Ortsschild gepasst hätte. Hier zeigt die Radwegemarkierung einen U-Turn nach rechts an, dem wir entsprechend folgen. Es geht etwas bergab, nachher wieder bergan und immer weiter der Markierung folgend durch Großrostringhausen bis auf eine schöne Anhöhe mit einzigartiger Fernsicht in alle nur denkbaren Richtungen. Wir befinden uns nun auf dem Höhenzug zwischen Großer und Kleiner Dhünn. Am „Knotenpunkt 31“ des NRW-Radwegenetzes erreichen wir eine Querstraße. Dieser folgen wir nur wenige Schritte nach rechts, biegen dann aber sofort in einen Feldweg nach links ein. Jetzt verlassen wir die Radwegemarkierung und folgen der Markierung D4 auf schwarzem Grund. D4 – das ist der Rundweg „Naturwelten“, der im Rahmen des Wanderprojektes „Dhünnhochflächen“ entstanden ist. Bei diesem Projekt sind eine ganze Reihe lohnenswerter Wanderwege entstanden.

Durch Wälder geht es nun bergab. Kurz nachdem wir offenes Wiesenland erreicht haben, begrüßt uns der sehr idyllisch gelegenen Ort Pilghausen. Wir umrunden ein kleines landwirtschaftliches Anwesen, das heute als Seniorenheim in traumhafter Lage genutzt wird. Hier gesellen sich weitere Wegemarkierungen zu unserem D4 hinzu: Das W (für den Rundwanderweg Wermelskirchen) und die gelbe Markierung des Bergischen Panoramasteigs.

In Pilghausen

Wir erreichen eine kleine Brücke über die Kleine Dhünn. Dieses Gewässer ist hier bereits eingefasst und begradigt, denn es wird in nur wenigen Metern in die Vorsperre der Kleinen Dhünn fließen. Wir befinden uns also bereits in unmittelbarer Nähe der Stauwurzel. Ein Pegel verrichtet direkt an der Brücke seinen Dienst.

Die Kleine Dhünn kurz vor der Stauwurzel der Vorsperre

Wir folgenden drei Markierungen (D4, W und Bergischer Panoramasteig) nach links. Die Markierung D3 („Kirchweg“) kommt jetzt auch noch hinzu, so dass wir mit Markierungen mehr als gut ausgestattet sind und uns eigentlich nicht verlaufen können. Bald stehen wir wieder vor einem großen Tor. Auch diesmal gehen wir – den Markierungen folgend – vor dem Tor rechts den Hang hinauf. Zusätzlich weisen uns an dieser Stelle Schilder zum „Wanderparkplatz Dahl“ und zur „Vorsperre Kleine Dhünn“ den Weg. Der Verlauf unserer Strecke führt auf welligem Terrain mal auf, mal ab, mal durch Wälder, mal vorbei an Wiesen und Weiden.

Naturbegegnung am Wegesrand

Abzweigungen können wir auf dem kommenden Abschnitt einfach ignorieren, denn wir müssen nur den Markierungen folgen. Nach einigem Auf und Ab durch schattige Wälder stoßen wir auf ein kleines Nebental mit Bachlauf. Hier folgen wir allen Markierungen nach links und stoßen bald auf die Vorsperre. Die erste Etappe ist geschafft!

Bäche bringen Sedimente, Dreck und Erde mit. Dies will man in der großen Trinkwassersperre natürlich möglichst wenig haben. Deshalb werden Vorsperren konstruiert. Das Wasser steht hier auf konstanter Höhe. Die Sedimente könnten auf den Boden sinken und das saubere Wasser „schwappt“ oben über den Überlauf vom Vorbecken in das Hauptbecken. Bei der Großen Dhünntalsperre gibt es zwei solcher Vorsperren (sowie 15 weitere Vorbecken mit gleicher Aufgabe und Funktion). Hier sind wir jetzt an der Vorsperre der Kleinen Dhünn. Noch bevor wir die Sperrmauer betreten, verlassen uns die Markierung W und D3 nach rechts, dafür stößt die blaue Markierung „dhünn“ zu uns, die den 40 Kilometer langen Rundweg um die gesamte Talsperre kennzeichnet. Dem blauen „dhünn“, dem gelben Bergischen Panoramasteig und dem schwarzen D4 folgen wir nun auf die Sperrmauer der Vorsperre. Links blicken wir auf ein ökologisches Idyll mit Brutinseln und unterschiedlichen Uferbereichen, das auch als Ausgleich für die massiven Eingriffe in die Natur beim Bau der Talsperre dient. Wasservögel, Reptilien und viele andere Tiere finden hier wertvollen Lebensraum. Rechts blicken wir auf den Überlauf, über den das Wasser vom Vorbecken in das Hauptbecken der Talsperre sprudelt.

Der Überlauf der Vorsperre Kleine Dhünn

Nun folgen wir dem D4, dem Bergischen Panoramasteig und dem „dhünn“-Weg links ziemlich steil den Berg hinauf.

An der Vorsperre Kleine Dhünn

Nach einigen, recht mühsamen Minuten erreichen wir den wohl reizvollsten Rastplatz rund um die Talsperre. Eine Sitzgruppe und eine große Liegebank, sowie – für schlechtes Wetter – ein großer Pilz laden bei traumhaften Blick auf die einem Fjord ähnelnde Talsperrenlandschaft zu einer Rast ein.

Rastplatz mit Talsperrenblick

Nach langer Rast wandern wir weiter den Berg hinauf, folgen D4, „dhünn“ und Bergischen Panoramasteig. Nachdem wir den Wald verlassen haben, steigen wir über einen extrem grob geschotterten Weg hinauf zur Ortslage Unterberg. Wenn wir an eine Querstraße stoßen, verlässt uns die Markierung D4 nach links. Wir folgen dem blauen und dem gelben Wegezeichen nach rechts, passieren abermals ein großes Tor und wandern über eine asphaltierte Wirtschaftsstraße des Wupperverbands hinab durch wunderbare Landschaften. Als der Weg wieder natürlicher wird, erreichen wir mal Wälder, mal Wiesen, steigen meist ab, zwischendurch aber auch mal kurz bergauf. Solange wir den Markierungen folgen, können wir uns gar nicht verlaufen. Nach langem Marsch stoßen wir tief unten im Tal auf einen Querweg. Vor uns breitet sich die Vorsperre der Großen Dhünn aus. Die blaue „dhünn“-Markierung verlässt uns nach links, wir folgen dem gelben Bergischen Panoramasteig nach rechts. Ein weißes Rechteck auf schwarzem Grund stößt dazu. Es kennzeichnet den Rundweg, der um die gesamte Vorsperre der Großen Dhünn herumführt und auf den sperrigen Namen „unverDHÜNNt 2“ hört.

Tierische Begegnung auf dem Uferweg

Bald sind wir auf beiden Seiten von Wassermassen umgeben und erreichen schließlich den Staudamm der Vorsperre Große Dhünn. Bänke laden hier zu einer Pause ein. Wir ruhen uns aus: Hinter unserem Rücken liegen riesige Wassermassen des Vorbeckens, vor uns liegen noch viel unbegreiflichere Mengen Wasser: 81.000.000.000 Liter Wasser oder aber 600.000.000 Badewannen fasst die gesamte Große Dhünntalsperre inklusive beider Vorsperren und aller Vorbecken.

Unfassbare Wassermengen – Doch sehen wir auch an dieser Stelle nur einen kleinen Teil der Großen Dhünntalsperre

So beeindruckend diese Menge Wasser auch anzuschauen sein mag, so muss man voller Ehrfurcht festhalten, dass man auch von hier aus nur einen kleinen Teil der gesamten Talsperre sehen kann. Mit Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal werden vier Großstädte von hier aus mit Trinkwasser versorgt. Hinzu kommen Burscheid, Hückeswagen, Leichlingen, Odenthal, Radevormwald und Wermelskirchen. Im Notfall kann sogar Düsseldorf von hier aus versorgt werden!

Auf dem Staudamm der Vorsperre Große Dhünn

Wenn man hier sitzt und auf das Wasser schaut, hört man kein Auto. Man erblickt keine Straße, kein Haus. Absolute Ruhe und die scheinbar grenzenlose Weite des „Bergischen Wasserlandes“ machen diesen Platz zum ruhigsten Ort im Bergischen Land. Man könnte stundenlang sitzen und diesen Moment genießen. Doch auch der Blick auf die andere Seite lohnt: Das Vorbecken stellt wie auch bei der Kleinen Dhünn ein ökologisch wertvolles Refugium für die Tierwelt der Region dar.

Wir verlassen nun die Stadt Wermelskirchen. Auf der anderen Seite der Sperrmauer erreichen wir das Gebiet der Gemeinde Kürten und sehen die gewaltigen Anlagen des Überlaufs vom Vorbecken zum Hauptbecken.

Der Überlauf vom Vorbecken in das Hauptbecken der Dhünntalsperre

Nun müssen wir ein wenig aufpassen: Der Bergische Panoramasteig zweigt nach rechts ab, aber das ignorieren wir, denn die gelbe Markierung wird für uns heute keine Rolle mehr spielen. Wir folgen nun dem weißen Rechteck auf schwarzem Grund („unverDHÜNNt 2“). Doch dieser Weg teilt sich an dieser Stelle: Rechts hinauf und geradeaus. Wir entscheiden uns für geradeaus und passieren ein Tor. Dieses Tor ist von März bis Oktober geöffnet und führt entlang des Ufers der Vorsperre. In den anderen Monaten folgen wir dem Weg nach rechts, den Hang hinauf, doch ist dieser Weg nicht annähernd so reizvoll wie der Uferweg.

Von März bis Oktober ist der Uferweg an der südlichen Seite der Vorsperre Große Dhünn geöffnet

Der Uferweg führt immer in Sichtweite des Wassers der Vorsperre um kleine Buchten herum. Wir staunen, wie groß allein die Vorsperre ist, blicken zurück auf den mittlerweile weit entfernten Staudamm, sehen wieder nach vorne und haben das Gefühl, dass diese Talsperre unendlich zu sein scheint. Das nicht zu übersehende Schild „Anbindung Uferweg an das Wanderwegenetz“ ignorieren wir, wandern weiter dem weißen Rechteck folgend am Ufer entlang. Schon bald aber müssen wir dem Wasser Lebewohl sagen. Es geht nach rechts, noch einmal steil bergauf durch Nadelwälder bis zur L 409. Dieser kurvenreiche Straße folgen wir nur wenige Meter nach links und gehen dann nach rechts der Markierung „Weißes Rechteck“ folgend weiter bis wir an einen quer verlaufenden, breiteren Weg stoßen. Hier, an einer Bank, stößt auch das blaue „dhünn“ wieder zu uns. Ihm und dem weißen Rechteck folgen wir nach links. Langsam senkt sich der Weg. Und jetzt muss man aufpassen, denn hier sind scheinbar sämtliche Markierungen verschwunden: Von schräg links stößt ein Wiesenweg hinzu. In diesen biegen wir ein und wandern am oberen Rand eines kleinen Nebentals, in dem manchmal Schafe weiden.

In einem kleinen Nebental lässt es sich gut grasen

Der Weg stößt erneut auf die L 409. Hier, auf der anderen Straßenseite sehen wir auch das weiße Rechteck und das blaue „dhünn“ wieder und merken, dass wir noch immer auf dem richtigen Weg sind. Wir folgen der Straße wenige Schritte. In der Linkskurve überqueren wir die Große Dhünn. Sie liegt hier unmittelbar vor der Stauwurzel. Wir erreichen nach knapp fünf Stunden an dieser Stelle auch wieder unseren Wanderparkplatz „Neumühle“. Wenn wir mögen, können wir noch einmal zur Dhünn gehen, die am Parkplatz vorbeiplätschert. Ob sie ahnt, in welches riesige Gewässer sie in nur wenigen Metern mündet? Wir wissen es nun und können zufrieden unsere Heimreise antreten. Der Ausflug ins „Bergische Wasserland“ rund um die beiden Vorsperren ist nun Geschichte, aber die Eindrücke bleiben sicher noch lange haften.

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Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre

Diese sehr spannende und heimatkundlich beeindruckende Wanderung führt uns über knapp sieben Kilometer im Grenzbereich zwischen den Großstädten Wuppertal und Remscheid in scheinbar unberührte Täler, zu Relikten untergegangener Industrie und an eine der ersten Talsperren Deutschlands.

Die Wanderung führt uns ins Zillertal (nicht das in Österreich), ins Gelpetal (nicht das in Gummersbach) und zur Ronsdorfer Talsperre. Schritt für Schritt begegnen uns Hinweise auf die alte Industrialisierung in diesem Gebiet. Wir passieren kleine Ortslagen mit vielen Schieferhäusern, genießen herrliche Ausblicke aus ruhiger Natur auf Großstädte und können gleichzeitig eine Menge über die Geschichte des Bergischen Landes lernen.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Landgasthof Zillertal

Am Landgasthof Zillertal beginnt der Wanderweg A2

Ausgangspunkt dieser 6,8 km langen, vom Sauerländischen Gebirgsverein gut ausgeschilderten Tour ist der Landgasthof Zillertal. Der Hof liegt bereits im Gelpetal, das die Grenze zwischen Wuppertal und Remscheid bildet. Der Gasthof Zillertal selber liegt noch auf Wuppertaler Stadtgebiet und gehört dort zum Stadtbezirk Cronenberg. Man erreicht den Wanderparkplatz an diesem Gasthof über die Hahnerberger Straße / Hauptstraße, die vom Hahnerberg nach Cronenberg führt. Am Abzweig der Hastener Straße fährt man in Richtung Remscheid, biegt aber sofort links in die Cronenfelder Straße und folgt ihr und im weiteren Verlauf der Zillertaler Straße bis zum Gasthof Zillertal. Hier beginnt die gut mit „A2“ markierte Strecke unseres Wanderweges.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Gelpetal

Nur scheinbar unberührte Natur: Das Gelpetal

Unser Weg führt zunächst in südlicher, dem Bachlauf folgender Richtung durch das wildromantische Gelpetal. Die Gelpe rauscht, bildet teilweise kleine Nebenbäche aus, mäandriert, vereinigt sich wieder… Unberührte Natur? Das täuscht! Das Bergische Land war eine der ersten Industrieregionen Europas, lange bevor sich im Ruhrgebiet etwas getan hatte. An den vielen, unzählbaren Bachläufen wurden tausende Mühlen, Hämmer und Kotten errichtet. Wasserräder trieben Getreidemühlen, Ölmühlen, Papiermühlen, Knochenmühlen, Pulvermühlen und – gerade hier im Bergischen Städtedreieck – Hammerwerke und Schleifkotten an. Und auch das Gelpetal war damals gefüllt mit Einrichtungen dieser ersten industriellen Eisenproduktion.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Die Gelpe

Die Gelpe verändert ihren Lauf alle paar Meter

Schritt für Schritt begegneten uns Hinweise auf alte Hämmer und Kotten. Durch die damals vorhandenen Stauteiche, die man brauchte, um die Wasserräder anzutreiben und die seinerzeit errichteten Wassergräben, ist der heutige Verlauf der Gelpe geradezu deltaartig zerfasert, was den Eindruck ungezähmter, wilder Natur erweckt. Doch ist diese damals vielmehr intensiv vom Menschen gestaltet worden.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Brücke zum Wolfertshammer

Brücke zum ehemaligen Wolfertshammer

Nur wenige Meter voneinander entfernt finden sich Überreste der alten Bauwerke. Überall im Bergischen Land sah es so aus wie hier, überall rauchten in den kleinen Tälern unzählige Schlote und der Lärm der niedersausenden Hämmer erfüllte die Wälder mit Lärm. Doch nirgends kann man dies so sehr erfahren, wie hier im Gelpetal, wo sich die Überreste dieser Industrie aneinanderreihen, wie Perlen auf einer Schnur. Alte Wassergräben, die das Wasser von den Stauteichen zu den Wasserräder führten, sind heute verlandet, aber in der Natur noch zu erkennen.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Standort Westerhammer

Am Standort des Westerhammers

Wir erreichen den ehemaligen Westerhammer. Dieser wurde bereits 1675 erwähnt, ist wahrscheinlich aber älter. 1955 wurde er abgebaut und vollständig im Bergischen Museum in Bergisch Gladbach-Bensberg wieder aufgebaut. Dort kann man ihn noch heute besichtigen und das gewaltige Hammerwerk bestaunen!

Die Gelpe ist gerade einmal 5,8 km lang. Dennoch lagen an diesem kurzen Bachlauf von der Quelle bis zur Mündung in den Morsbach insgesamt 22 Hammerwerke und Kotten. Im benachbarten Saalbachtal, einem kurzen Zufluss, lagen weitere drei Hämmer und Kotten. So sah es seinerzeit überall in den Tälern im Bergischen Land aus, so dass es hier viele tausend solcher Einrichtungen gab. Es ist wahrlich beeindruckend! Nur wenige dieser Anlagen im Bergischen Land sind erhalten geblieben, die meisten verschwunden. Doch einige sind gewachsen und bildeten die Keimzelle für heutige Stahlwerke, wie zum Beispiel in den Tälern von Leppe, Agger und Wiehl.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Der Steffenshammer

Der Steffenshammer

Nach einiger Zeit biegt die Markierung „A2“ links ab und einen schmalen Weg den Hang hinauf. Wir gehen aber noch ein paar Schritte weiter und erreichen die Ortschaft Clemenshammer, die bereits zu Remscheid gehört. Hier gab es einst drei Hammerwerke. Eines davon – der Steffenshammer – ist erhalten geblieben. Das Wasserrad hält noch heute den mächtigen Eichenstamm in Bewegung, der im Inneren des Gebäudes den Hammer antreibt. Die Anlage ist zu besichtigen, auch Schmiedevorführungen werden angeboten. Infos unter: www.steffenshammer.de

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Amboss und Klöntür

Amboss und Klöntür

Am Eingang zum Steffenshammer und seinem schönen Nebengebäude aus Fachwerk zieren die Wappen von Remscheid und Cronenberg den Zaun. Beide zeigen den Bergischen Löwen, sowie geschmiedete Klingen, das Wahrzeichen der frühen Industrie hier im Bergischen Städtedreieck. Die Hämmer, Schmieden und Kotten brachten fein geschmiedetes Eisen hervor, Sicheln, Sensen und alles, was seinerzeit gebraucht wurde. Auch einen Amboss und eine Klöntür können wir hier entdecken, beides Sinnbilder für die Bergische Vergangenheit. Man konnte die obere Hälfte der Klöntür öffnen, sich auf den unteren Teil lehnen und mit der Nachbarin klönen. Ein paar Schritte weiter mündet die Gelpe in den Morsbach, der auf seinem Weg weitere Mühlen, Hämmer und Kotten angetrieben hatte. Wir wandern aber wieder zurück und folgen dann doch der Markierung A2 den Hang hinauf.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Blick nach Remscheid

Blick nach Remscheid

Wenn wir zurückblicken, sehen wir die Hochhäuser der Siedlung am Mastweg in Cronenfeld. Schöner ist aber der Blick hinüber auf den Stadtkegel von Remscheid. Zwischen uns und der Stadt liegt das Morsbachtal. Nur drei Kilometer Luftlinie vom Stadtzentrum entfernt, befinden wir uns in wunderbarer, ruhiger Natur. Remscheid liegt heute auf Platz 74 der insgesamt 79 offiziellen Großstädte Deutschlands und bildet mit Solingen und Wuppertal das Bergische Städtedreieck.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Bergische Architektur in Westen

Bergische Architektur in Westen

Wir erreichen die kleine Ortschaft Westen und begegnen der für das Bergische Land typischen Architektur: Schieferverkleidung, weiße Fensterrahmen und grüne Fensterläden. Grün, weiß, in Kombination mit schwarzem Fachwerk – dies nennt man auch den „Bergischen Dreiklang“.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Im Osten von Westen

Im Osten von Westen

Hinter Westen, quasi im Osten von Westen, entdecken wir eine einen Kilometer lange Hecke, die schon auf alten Luftbildern von 1956 zu erkennen war. Damals als Grenzbepflanzung errichtet, bildet sie heute einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tiere. Wir wandern hier einige Zeit an einer nur wenig befahrenen Straße entlang, biegen dann aber dem „A2“ folgend in einen kleinen Weg durch Streuobstwiesen ab.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Durch Streuobstwiesen nach Heusiepen

Auf dem Weg durch Streuobstwiesen nach Heusiepen

„Und wenn ich wüßte, daß morgen die Welt unterginge, so würde ich doch heute mein Apfelbäumchen pflanzen“, wird hier Martin Luther am Wegesrand zitiert. Der Weg führt uns hinab nach Heusiepen. Hier im Herzen des Bergischen Landes trifft man den Namen „Siepen“ sehr häufig an, während im Rheinisch-Bergischen oder Oberbergischen Gebiet der Begriff „Siefen“ geläufiger ist.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Kleiner Bach

Kleiner Bach, aber doch eine Grenze

Hinter den Häusern von Heusiepen überqueren wir einen kleinen Bach. Dieser kleine Bachlauf bildet die Grenze zwischen zwei Großstädten: Eben noch in Remscheid befinden wir uns nun wieder in Wuppertal.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Werkzeugfabrik in Heidt

Eine kleine Werkzeugfabrik in Heidt

Wir steigen auf Asphalt steil bergauf und erreichen den Wuppertaler Ortsteil Heidt: Auch hier auf den Höhen entstanden früher zahllose metallverarbeitende Betriebe, von denen einige – wie eine kleine Werkzeugfabrik hier in Heidt – bis heute erhalten sind. Heidt gehört bereits zum Wuppertaler Stadtbezirk Ronsdorf.

Nun werden die Straßen breiter, man kommt in Ronsdorfer Wohngebiete, biegt an einer Kreuzung links in die Straße „Rädchen“ ab, erreicht eine weitere Bushaltestelle mit dem Namen „Ronsdorfer Talsperre“ und biegt erneut links in die Talsperrenstraße ab. Hier – immer noch dem „A2“ folgend erreichen wir einen Wanderparkplatz und treffen nach nur wenigen Schritten auf die Ronsdorfer Talsperre.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Ronsdorfer Talsperre

Die Ronsdorfer Talsperre

Die Ronsdorfer Talsperre wurde bereits 1898/1899 als drittälteste Talsperre in ganz Deutschland errichtet. Auch die beiden ersten deutschen Talsperren liegen hier im Bergischen Land, das dadurch eben auch für seine hohe Dichte an Talsperren bekannt ist.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Sperrmauer der Ronsdorfer Talsperre

Blick auf die Sperrmauer

Die Ronsdorfer Talsperre wurde einst zur Trinkwassergewinnung der damals noch selbständigen Stadt Ronsdorf errichtet. Heute erzeugt hier ein kleines Kraftwerk umweltverträglichen Strom. Mit gerade einmal 0,3 Millionen Kubikmeter Wasser gehört die Ronsdorfer Talsperre zu den kleinen Vertretern ihrer Art. In die Große Dhünntalsperre, die größte Talsperre im Bergischen Land, würde sie – nach dem Stauinhalt – 270 mal hinein passen.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Der Saalbach

Der Saalbach

Wir überqueren die Sperrmauer. Die Ronsdorfer Talsperre entwässert in den Saalbach, einen kleinen Zufluss in die Gelpe. Wir wandern nun das Saalbachtal entlang zurück ins Gelpetal. Auch im Saalbachtal lagen die Hämmer und Kotten dicht beieinander. Noch heute lassen sich die Überreste im Gelände erkennen, zum Beispiel Stauteiche und die dazugehörigen Abflüsse. Meist lagen die Hämmer direkt am Staudamm. Doch manchmal musste das Wasser vom Stauteich über einen sogenannten Eishausgraben erst zum Hammerwerk geleitet werden. Hier im Saalbachtal ist ein solcher Eishausgraben noch deutlich zu erkennen. Man kann erahnen, wo das Hammerwerk stand, während der Bachlauf selber am Hammer vorbeifloss, um nach nur wenigen Metern den nächsten Stauteich zu füllen und das nächste Wasserrad anzutreiben.

Vom Gelpetal zur Ronsdorfer Talsperre - Minigolf im Zillertal

Der einstige Minigolfplatz im Zillertal

Schon bald erreichen wir wieder Zillertal im Gelpetal. Einst war dies hier ein lebendiger Treffpunkt mit großer Freizeitqualität. Doch die deutlich in die Jahre gekommene Minigolfanlage zeigt, dass diese Zeiten vorbei sind. Doch für interessierte Besucher lohnt sich eine Wanderung hier in den Tälern des Bergischen Landes noch heute sehr.

Wir sind wieder am Ausgangspunkt angekommen. Der Gasthof Zillertal kommt bald in Sicht und wir hören wieder das Rauschen der Gelpe. Die knapp sieben Kilometer ließen uns das Bergische Land und seine industrielle Geschichte inmitten schöner Natur erahnen und vielleicht den einen oder anderen neuen Eindruck gewinnen.

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Eric Renneberg - Eine Wanderung um Much

Eine Wanderung um Much

Die Hochflächen der Gemeinde Much bieten sich zum Wandern geradezu an. Das nahezu gesamte Gemeindegebiet liegt auf der Höhe, was jeden mögliche Wandertour zu einer Panoramarunde werden lässt. Neben den von den verschiedenen Wanderparkplätzen ausgehenden A-Rundwanderwegen werden auch ein Skulpturenweg, ein Waldlehrpfad, ein Familienwanderweg, ein Lyrikweg, ein Panorama-Rundweg, ein Kneipp-Erlebnisweg und der Böllweg – ein Streifzug des Bergischen Wanderlandes – angeboten. Da dieses große Angebot an Wegen sich immer wieder überschneidet, bieten sich unendlich viele Möglichkeiten, diese verschiedenen Wegen zu kombinieren, zu verkürzen und zu verlängern. Much ist ein Wanderparadies – und das zu jeder Jahreszeit. Die Fotos in diesem Beitrag stammen (bis auf das letzte Bild) vom Silvestertag 2016.

Die ausgesuchte Wanderung ist eine Kombination verschiedener Wege. Daher ist er nicht durchgängig markiert, bzw. man muss sich an vielen verschiedenen Markierungen orientieren. Wenn man sich Zeit lässt, kann man zwei Stunden in einer der schönsten Ecken des Bergischen Landes erleben. Startpunkt ist der große Parkplatz an den Supermärkten im Ortskern von Much. Hier fließt der Wahnbach vorbei, der später in seinem Lauf noch zur riesigen Wahnbachtalsperre aufgestaut werden sollte. Wenn das Wasser in diesem plätschernden Bach wüsste, was es noch vor sich hat…

Eine Wanderung um Much - Wahnbach

Eine Wanderung um Much – Der Wahnbach

Wir verlassen den Parkplatz und gehen rechts hinter dem Aldi-Markt über eine Brücke, die uns zum ersten Mal über den Wahnbach bringt. Wir überqueren die Marienfelder Straße und wandern in den Bockemsweg hinein. Dort passieren wir das Freibad von Much, das von Bürgern erhalten und betrieben wird und in eher wärmeren Jahreszeiten verlockend zum Schwimmen einlädt. Wir folgen dem Verlauf des Bockemsweg und wandern zwischen eingezäunten Weiden und Wiesen durch das Wahnbachtal, etwas abseits des rechts von uns fließenden Gewässers. Bald erreichen wir in der Nähe des Ortes Niederwahn (wir gehen NICHT in den Ort hinein) wieder den Bachlauf. Dort entdecken wir eine transparente Texttafel des Lyrikweges.

Hier überqueren wir erneut den Wahnbach über eine kleine metallene Fußgängerbrücke und stoßen auf eine Schutzhütte. Hier bieten sich gleich wieder mehrere Wandermöglichkeiten, die zu schönen Orten führen, doch wir entscheiden uns, an der Hütte links abzubiegen. Ab hier lenkt uns die Markierung A4 durch den Wald, vorbei an einem steinernen Wegekreuz, „errichtet von Anna Cath. Krimmel zu Nieder-Wahn im Jahre 1894“.

Eine Wanderung um Much - Wegekreuz

Eine Wanderung um Much – 123 Jahre alt: Ein Wegekreuz in der Nähe von Niederwahn

Den Wahnbach zu unserer linken Seite durchwandern wir den Niederhof und erreichen bald den kleinen Ort Altenhof.

Hier wird es Zeit, das Wahnbachtal zu verlassen. Wir steigen, nur der Markierung A7 folgend, durch Wiesen und Wälder hinauf, bis wir an einem hölzernen Wegekreuz eine kaum befahrene Straße auf der Höhe erreichen. Zwischendurch bieten sich immer wieder neue, spannende Ausblicke mit weiter Fernsicht.

Eine Wanderung um Much - Aufstieg Altenhof

Eine Wanderung um Much – Beim Aufstieg von Altenhof aus

Dem Straßenverlauf folgen wir ein Stück, wandern gerade aus, der A7-Markierung folgend wieder in den Wald hinein.

Eine Wanderung um Much - Frost

Eine Wanderung um Much – Frostige Zeiten in Much

Bald stößt die Markierung A2 zu uns, die uns nun weiter leiten wird. Wir erreichen den Parkplatz des FIT-Hotels. Hier beginnt der Böllweg und der Familienwanderweg. An den beiden Wandertafeln des Böllwegs vorbei wandern wir zwischen dem großen Umsetzer/Sendemast und dem FIT-Hotel den Parkplatz hinab und biegen an der nächsten Möglichkeit an einer Bank links ab. Hier bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf den Ortskern von Much.

Eine Wanderung um Much - Blick auf Much

Eine Wanderung um Much – Blick auf Much

Wir folgen neben dem A2 nun auch dem Panorama-Rundweg (mit Stelen ausgeschildert), dem Familienwanderweg (mit einer Rätselstation für Kinder nur wenige Meter von der Bank entfernt) und dem Lyrikweg, der mit seinen transparenten Texttafeln die Kraft der Worte in den Gedichten mit der Kraft der realen Natur verbindet.

Eine Wanderung um Much - Am Lyrikweg

Eine Wanderung um Much – Auf dem Lyrikweg

Die Markierungen weisen uns weiter den Weg, wir queren einen kleinen Wirtschaftsweg und erreichen nach einem kleinen Waldstück die malerisch gelegene Germanakapelle. Hier lädt ein kleiner Picknickplatz zur Pause ein. Die Kapelle selber ist schönes Kleinod, mal sollte nicht verpassen, einen Blick hineinzuwerfen und die Legende der Germana zu lesen. Auch eine Rätselstation des Familienwanderweges und eine Gedichttafel des Lyrikwegs stehen an dieser Wegekreuzung.

Eine Wanderung um Much - Die Germanakapelle

Eine Wanderung um Much – Die Germanakapelle

Wir biegen rechts ab, folgen der A2-Markierung und steigen sanft hinab in ein Wohngebiet am Ortsrand von Much. Nach einer weiten Rechtskurve steigen wir, noch immer A2 folgend, einen kleinen Fußweg hinunter. Hier verlassen wir den A2, überqueren geradeaus die Wahnbachtalstraße und können am Etappenstein des „Bergischen Weges“ – wenn wir wollen – einen kurzen Blick in den kleinen Skulpturenpark werfen. Ein Mahnmal erinnert an die hier 1941/42 internierten Juden. Über eine kleine Brücke erreichen wir wieder den Parkplatz und damit unseren Ausgangspunkt.

Eine Wanderung um Much - Skulpturenpark

Eine Wanderung um Much – Im Skulpturenpark Much

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Eric Renneberg - Rundwanderweg A1 - Kreuzberg

Eine Wanderung im Norden von Wipperfürth

Im Norden der Hansestadt Wipperfürth liegt der Ortsteil Kreuzberg. Direkt am Ortseingang wirbt eine Tafel damit, dass man hier mit 376 m ü.N.N. das höchstgelegene Dorf im Bergischen Land sei. Ob dies einer genauen Überprüfung standhalten würde, sei dahingestellt. Tatsache ist aber, dass man von hier aus zu einer wunderbaren Wanderung zur Silbertalsperre starten kann. Der Weg ist vom Sauerländischen Gebirgsverein mit der Markierung „A1“ ausgeschildert und hat eine Länge von etwa 8 km. Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Grundschule direkt an der Westfalenstraße (K 30), der Ortsdurchfahrt von Kreuzberg.

Rundweg A1 - Kreuzberg

Rundweg A1 – Kreuzberg Ortsschild

Wir wandern zunächst durch den Ort, vorbei an der Pfarrkirche „Sankt Johannes Apostel und Evangelist“, mit seinem weithin sichtbaren Turm eine sichere Orientierungsmarke bei Wanderungen in dieser Region. Es geht durch kleinere Wohnstraßen („Im Siepen“ und „Eschenweg“) und über die Höhen, vorbei an Weiden und Wiesen mit toller Fernsicht. Windräder drehen sich am Horizont, Kühe grasen direkt vor unserem Auge.

Rundweg A1 - Kreuzberg

Rundweg A1 – Wohnstrasse

Nachdem wir eine kleine Hoflage passiert haben, erreicht man auf gleicher Höhe wieder die K 30, mittlerweile außerhalb von Kreuzberg. Nach der Querung der Kreisstraße geht es mal durch Laub-, mal durch Nadelwälder hinab ins Tal des Schevelinger Baches.

Der Schevelinger Bach wird hier zur Schevelinger Talsperre aufgestaut, die der Volksmund jedoch weit verbreitet nur als Silbertalsperre kennt. Von den 20 Talsperren im Bergischen Land liegt die Silbertalsperre sowohl bei der Wasseroberfläche, als auch beim Stauinhalt auf Platz 18. Der Rundweg um die gesamte Talsperre beträgt gerade einmal 1,7 km. In die Große Dhünntalsperre zwischen Kürten, Odenthal und Wermelskirchen würde die Silbertalsperre 270-mal hineinpassen! Sie ist eine Trinkwassersperre und dient vorrangig der Notversorgung der Stadt Remscheid. Über einen unterirdischen Stollen ist sie mit der Neyetalsperre verbunden, die wiederum mit der Bevertalsperre verbunden ist. So gehört auch die Silbertalsperre zum sogenannten „Bever-Block“. Gerade im Herbst, wenn sich die bunten Farben des Laubes im kräftigen Blau der Talsperre spiegeln, ist es eine Freude, hier an der Talsperre zu laufen.

Rundweg A1 - Kreuzberg

Rundweg A1 – Silbertalsperre

Rundweg A1 - Kreuzberg

Rundweg A1 – Silbertalsperre

Der Wanderweg A1 führt bis auf wenige Meter fast komplett um die Talsperre herum, steigt dann aber hinauf in den Ortsteil Niederschevelingen.

Rundweg A1 - Kreuzberg

Rundweg A1 – Niederschevelingen

Zunächst über die Höhe und ein kleines Stück über eine asphaltierte, aber verkehrsarme Straße, später dann über Waldwege steigen wir hinab ins Tal der Neye. Wir erreichen die Stauwurzel der Neyetalsperre, bekommen jedoch die aufgestaute Wasserfläche nicht zu Gesicht. Eine Umwanderung der Neyetalsperre lohnt sich immer, wäre jedoch deutlich länger, als der Weg um die Silbertalsperre.

Rundweg A1 - Kreuzberg

Rundweg A1 – Die Neye, kurz vor der Stauwurzel zur Talsperre

Ein letzter, etwas steilerer Anstieg liegt noch vor uns, doch schon bald weist uns der Kirchturm von Kreuzberg den Weg zu unserem Ziel.

Rundweg A1 - Kreuzberg

Rundweg A1 – Kirchturm Kreuzberg

Wir durchqueren auf Wirtschaftswegen noch ein paar Weiden und Wiesen, sowie die Hofschaft Hackenberg und erreichen, noch einmal kurz bergauf, wieder Kreuzberg. Der Weg ist in zwei bis drei Stunden gut zu schaffen, prima ausgeschildert (wobei man beim Wandern trotzdem immer wachen Auges auf die Markierungen achten muss) und bietet vor allem an der Silbertalsperre wunderbare Fotomotive.

Link zur Seite des Sauerländischen Gebirgsvereins mit Karte: http://www.sgv-bergischesland.de/wanderweg.aspx?wegId=232

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