Von Heiligenhaus zum ehemaligen Bergwerk auf dem Lüderich

Von Heiligenhaus zum ehemaligen Bergwerk auf dem Lüderich

Im Bergischen Land gibt es zwei Orte mit dem Namen Heiligenhaus: Der erste ist eine eigene Stadt im Kreis Mettmann, der andere ein kleines Dorf in der Stadt Overath im Süden des Rheinisch-Bergischen Kreises. Dieses zweite Heiligenhaus ist der Startort unserer Wanderung. Sie führt uns hinab ins Dresbachtal und wieder hinauf auf den Lüderich, den Hausberg von Steinenbrück (auch das gibt es zweimal, einmal in Gummersbach und einmal hier in Overath). Wir sehen Kapellen, durchwandern ruhige Wälder und kleine Dörfer, genießen viele Panoramaaussichten und besichtigen schließlich die Sehenswürdigkeiten auf dem Lüderich: Das ehemalige Bergwerk, die Mariengrotte und das Barbarakreuz mit fantastischer Aussicht! Startpunkt ist die dem heiligen Rochus geweihte Kapelle in Heiligenhaus, das Ziel das der heiligen Barbara geweihte Kreuz oberhalb von Steinenbrück.

Eigentlich ist unsere Wanderung kein richtiger Rundweg. Sie hat einen Startpunkt und einen Zielpunkt. Jedoch gehen wir mehrere kleine Schleifen, so dass bis auf wenige kurze Abschnitte Hin- und Rückweg doch verschieden sind und man das Gefühl hat, doch einen richtigen Rundweg zu gehen. Die Strecke ist abwechslungsreich, bietet wunderbare Fernsichten und führt an Wiesen, Weiden und Feldern vorbei, mal über breite Waldwege, mal über schmale Pfade und durch verkehrsberuhigte Wohngebiete. Es gibt mehrere mäßige und nicht übertrieben steile Steigungen zu bewältigen. Für die reine Wanderzeit sollte man schon dreieinhalb bis vier Stunden einplanen, dazu kommen Pausen, Fotostopps und auch Zeit für den Besuch in der Mariengrotte. Ausgangspunkt ist der Parkplatz in Heiligenhaus (Sankt-Rochus-Platz in 51491 Overath). Der Parkplatz hat seine Zufahrt hinter der kleinen Kapelle.

Vom Parkplatz aus steigen wir die Treppe hinab zur Hauptstraße, die hier den Namen „Bensberger Straße“ trägt, und stehen direkt vor der Rochuskapelle. Die Bruchsteinkapelle stammt aus dem Jahr 1840 und bildet gemeinsam mit der neuen Pfarrkirche und der heute als Pfarrsaal genutzten alten Pfarrkirche ein Kirchentrio. Es gibt alte Aufnahmen, auf der der Pfarrsaal noch seinen Kirchturm hatte.

Sankt Rochus Kapelle

Die Sankt-Rochus-Kapelle und ihre beiden Schwesterkirchen im Hintergrund

Die Kapelle im Rücken überqueren wir nun an der Ampel die Bensberger Straße und laufen nach links bis zum großen Kreisverkehr. Dort gehen wir nach rechts in die Durbuscher Straße (für Autofahrer sind die Ziele Donrath und Durbusch ausgeschildert). An einem Regenrohr begegnen uns zum ersten Mal die Markierungen A1 und A2, die uns zunächst leiten. An der Einmündung der Straße Am Friedhof vorbei verlassen wir geradeaus den Ort Heiligenhaus. Nach nur wenigen Schritten entlang der Landstraße 84 biegen wir an einem neuen und mit einer Holzfassade versehenen Haus nach rechts in den geschotterten Eibenweg ein. Hier folgen wir erneut der Markierung A1 und einer Winkel-Markierung (>). Schon jetzt können wir auf dem gegenüberliegenden Höhenzug jenseits eines idyllisch gelegenen Fachwerkhauses unsere heutigen Ziele – das Barbarakreuz und den Förderturm des alten Bergwerks auf dem Lüderich – erkennen. Der Eibenweg wird schnell zu einem Fußpfad entlang einer Hecke und mündet in eine Einfahrt eines Privatgrundstücks. Offiziell führt der Weg eigentlich über die geschotterte Passage rechts neben der Einfahrt entlang, doch nach nur wenigen Schritten stehen wir am Ende der Einfahrt auf einer kleinen Straße, der wir weiterhin mit dem Winkel und A1 nach links folgen. Wir befinden uns nun im Ortsteil Kleinschwamborn. Hier erreichen wir eine kleine Kreuzung mitten im Ort, folgen den Markierungen halbrechts und verlassen nach wenigen Schritten wieder den bebauten Bereich. Der Weg führt nun zwischen Wiesen und Weiden auf einen Wald zu.

Kleinschwamborn

Hinter Kleinschwamborn

Dort, wo der Weg den Wald erreicht, folgen wir dem Winkel (der hier zusätzlich mit einer 12 versehen ist) und dem A1 nach rechts. Der schöne Weg führt gut markiert in einigen Kurven durch einen lichtdurchfluteten Laubwald hinab ins Tal des Dresbachs. Abzweigungen von kleinen Pfaden rechts und links können wir ignorieren, wenn wir den Markierungen folgen. Am Ende des Waldes, wenn wir das Dresbachtal erreicht haben, stehen wir gegenüber Haus 17 auf der Dresbacher Straße. Zwar sehen wir kein Straßenschild, wohl aber die Markierungen >12 und A1, denen wir nach links folgen. Wir befinden uns nun in Kleindresbach, einem Ortsteil von Steinenbrück.

Steinenbrück, der zweitgrößte Stadtteil der Stadt Overath, ist aus einem Bergwerksdorf mit seiner Keimzelle im heutigen Kreuzungsbereich von Olper Straße und Holzbachtalstraße hervorgegangen. Die verschiedenen Siedlungen und Ortsteile liegen in immerhin drei Tälern, dem Sülztal, dem Dresbachtal und dem Holzbachtal, sowie auf den umliegenden Hängen und Höhen.

Die Dresbacher Straße ändert nach wenigen Gehminuten ihren Namen in Großdresbach. Hier sehen wir nun auch die entsprechenden Straßenschilder. Direkt dahinter macht die Straße eine Rechtskurve: Die Markierung A1 zweigt nach links ab, wir folgen aber der Kurve nach rechts. Direkt am Ende der Kurve ändert die Straße noch einmal ihren Namen und heißt nun Talstraße. Wir kommen an eine kleine Einmündung („Talstraße 58 – 60“) mit einem steinernen Kreuz und einer Bank, folgen aber weiter der Straße (ohne Markierungen) geradeaus. Hinter dem rot gestrichenen Haus Nummer 52 biegen wir links in den Hirtenweg ab. Dieser führt bergan, vorbei an der Straße Am Fischweiher (links) und Nachtigallenweg (rechts). Am Ende des Hirtenwegs geht links die Straße Zum Bitzenberg ab, wir steigen aber acht Stufen hinauf und gehen geradeaus über einen Fußweg. Dieser bringt uns direkt an den Nachtigallenweg (ohne Straßenschild) gegenüber von Haus Nummer 36, in den wir nach links einbiegen. In einer Rechtskurve folgen wir – vorbei am Falkenweg – dem Nachtigallenweg. An dessen Ende befindet sich eine Wendefläche, die wir über einen geschotterten Fußweg („Durchfahrt verboten“), vorbei an einem Drängelgitter, verlassen. Zu unserer Linken steht ein Wald, zu unserer Rechten junger Baumbestand. Als sich die Sicht nach rechts öffnet können wir die ehemalige evangelische Friedenskirche am gegenüberliegenden Hang und die Steinenbrücker Pfarrkirche Sankt Barbara im Tal erkennen. Auch ein Blick zurück lohnt sich, denn wir können am Horizont einen kleinen Sendemast sehen: Dieser steht in Heiligenhaus und so wissen wir, wo wir herkommen.

Unerwartet kommen wir an einer kleinen Kapelle vorbei, die 2003 von einer Anwohnerin auf ihrem privaten Grund errichtet wurde. Die sogenannte Peter-Paul-Kapelle wird heute für Andachten genutzt. Damit haben wir auch schon den Ortsrand des Steinenbrücker Ortsteiles Großlöderich erreicht.

Peter-Paul Kapelle

Die Peter-Paul-Kapelle in Großlöderich

Der Fußweg mündet auf die Großlödericher Straße, der wir bergan nach links folgen. Wir kommen an einen Abzweig der Großlödericher Straße (mit den Hausnummern 30, 78, 84, 110 und 114), den wir aber ignorieren, und folgen weiter bergauf dem eigentlichen Straßenverlauf. Hinter Haus Nummer 122 können wir rechts noch einmal unsere Ziele auf dem Lüderich erkennen. Das gelbe Ortsschild zeigt uns, dass wir Steinenbrück verlassen. Nach wenigen Schritten erblicken wir aber schon das Ortsschild von Bleifeld und können lesen, dass wir uns nun in der Stadt Rösrath befinden. Der Name „Bleifeld“ deutet bereits auf den Blei- und Erzbergbau hin, der hier auf dem Lüderich bereits von den Römern begonnen und bis in die 1970er-Jahre fortgeführt wurde.

Bald stehen wir vor der großen Texttafel H des „Bergbauwegs“. Der Bergbauweg ist einer von 24 „Bergischen Streifzügen“, wunderschönen Halbtages- und Tageswanderungen im Rheinisch-Bergischen Kreis, im Oberbergischen Kreis und im Rhein-Sieg-Kreis. Der Bergbauweg trägt die Nummer 15 und ist – wie alle „Streifzüge“ – mit sehr informativen Texttafeln ausgestattet. Hier, auf Texttafel H, geht es um die Verehrung der heiligen Barbara als Schutzpatronin der Bergleute, um Bergbau, Glaube und Tradition, sowie um Migration. So erfahren wir auch, dass man die Frauen, die in der Aufbereitungsanlage das Erz von Hand vorsortierten, auch „Erzengel“ nannte und 45 % der Grubenarbeiter auf dem Lüderich ausländische Arbeitskräfte, vor allem aus Italien, der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien, waren.

Nach ausführlichem Studium der Texttafel folgen wir jetzt der Straße Zum Frühlingsschacht. Hier gibt es wieder zahlreiche Markierungen (ein Winkel, ein Kreuz und die rote 15 des Bergbauwegs), so dass wir sicher geführt werden. Hinter Haus Nummer 25 verlassen wir Bleifeld, erreichen einen kleinen Rastplatz mit Bank, steinernem Tisch und einer schönen Texttafel über den Wald. Wir gehen rechts am Rastplatz vorbei in den Wald hinein. Hier hat sich nun auch die orangene Markierung des „Bergischen Wegs“ hinzugesellt, dem Fernwanderweg, der von Essen zum Drachenfels das Bergische Land von Nord nach Süd durchquert. An einer Wegkreuzung steht ein großer Wanderwegweiser. Wir ignorieren die Hinweise auf den Hin- und Rückweg des Bergbauwegs und folgen stattdessen dem „Bergischen Weg“ in Richtung Bensberg, Forsbach und Hoffnungsthal leicht bergab. Nach nur wenigen Schritten stößt auch die rote 15 des Bergbauwegs wieder dazu. Ihr und der orangenen Markierung des Bergischen Wegs folgen wir nun für längere Zeit durch Kieferwälder. Kurz nachdem wir eine Hochspannungsleitung unterquert haben, weitet sich der Weg zu einem kleinen Platz, umstanden von Kiefern und Birken. Hier lag einst der Zentralschacht des Bergwerks auf dem Lüderich, auch wenn heute davon nichts mehr zu sehen ist. Der Weg führt – den beiden roten und orangenen Markierungen folgend – weiter bergab und gabelt sich zu zwei schmalen Pfaden, von denen wir – den beiden Markierungen gehorchend – den linken wählen. Der Weg ist hier sehr grob geschottert und erfordert einige Trittsicherheit. Als wir wieder etwas Wald erreichen, passieren wir am linken Wegesrand einen Gitterstrommast. Dahinter zweigen kurz hintereinander zwei schmale Pfade ab: Wir nehmen den zweiten davon und folgen so weiter den beiden Markierungen. Kurz nachdem der Weg eine Rechtskurve gemacht hat, geht es an einem unscheinbaren Abzweig nach links, noch immer dem Bergischen Weg und dem Bergbauweg folgend. Der zunächst schmale Weg führt kurze Zeit später zwischen zwei Zäunen von Wasserrückhaltebecken hindurch und steigt zu einem asphaltierten Weg an, dem wir nach rechts folgen. Wir passieren ein großes Tor, an dem wir unsere roten und orangenen Markierungen wieder entdecken, und erreichen auf der rechten Seite erste Häuser. Gegenüber Haus Nummer 29 biegen wir links ab in die Straße Am Hauptschacht (an dieser Einmündung sehen wir neben einem Stromverteilerkasten auch den ersten Hinweis auf das Barbarakreuz und die Mariengrotte). Wir folgen der Straße Am Hauptschacht bergan und während wir auf eine große Kastanie mit einer Bank zulaufen, schweift unser Blick nach rechts: Eine wunderbare Fernsicht über das Bergische Land bietet sich an – und hinter einem Wald erkennen wir auch den Sendemast von Heiligenhaus, dort wo wir herkommen.

Nach einer Kurve stehen wir vor einem großen Tor, der Zufahrt zum Bergwerksgelände. Hier erblicken wir nun auch den Förderturm des Hauptschachts in seiner ganzen Pracht direkt vor uns. So verlockend es auch sein mag, direkt zum Förderturm zu laufen, so ignorieren wir doch das Tor und gehen nach rechts – denn der Turm steht erst später auf unserem Programm.

Förderturm Grube Lüderich

Ein erster Blick auf den Förderturm auf dem Lüderich

An einer Schranke geht links ein geschotterter Weg ab, dem wir ein paar Schritte bergan folgen. Nach einem kurzen Augenblick erkennen wir ein metallenes Gebilde aus dem Grasboden ragen, das an einen Schornstein erinnert, oder aber den Eindruck erweckt, dass unter dem Erdboden ein U-Boot vergraben liegt. Es handelt sich um einen Zugangsschacht eines alten Bunkers aus dem zweiten Weltkrieg. Bis zur Stilllegung des Bergwerks im Jahr 1978 diente er der Grubenwehr als Übungsraum. Auf private Initiative entstand hier im Jahr 2011 die Mariengrotte und wir sollten es nicht versäumen, einmal hineinzuschauen …nicht durch den metallenen Zugangsschacht, sondern über den unterhalb liegenden Eingang. Die Grotte mit der Marienstatue aus dem Wallfahrtsort Medjugorje dient als Ort des Gebets, der Hoffnung und der Zuversicht. Viele Kerzen zeigen, dass Menschen gerne hierhin kommen und ihre Gedanken und Wünsche für sich und andere sammeln und aussprechen.

Mariengrotte Overath

In der Mariengrotte

Wieder am Tageslicht folgen wir dem Weg weiter und erblicken schon bald das gewaltige, 15 Meter hohe Barbarakreuz! Es thront hoch oben auf dem Lüderich, auf einem künstlichen Gipfel, einer einstigen Abraumhalde. Es wurde 1997 errichtet und gilt als Wahrzeichen von Steinenbrück.

Barbarakreuz

Das Barbarakreuz

Wir steigen zum Kreuz hinauf. Unser Ziel ist erreicht!!! Jetzt lohnt sich eine Pause bei atemberaubender Fernsicht. Wir überblicken Steinenbrück, den Nachbarort Untereschbach und die drei Täler von Sülz, Holzbach und Dresbach. Richtung Osten sehen wir Heiligenhaus, können den Sendemast und – mit gutem Auge – auch den Turm der Kirche erkennen und wissen nun, welche Strecke unsere Füße gemeistert haben. Wir können dem Verlauf der Autobahn A4 folgen und sehen auch die gewaltige Holzbachtalbrücke, die diese Straße nimmt. Gegenüberliegend sehen wir den Ortsteil Neichen mit der ehemaligen evangelischen Friedenskirche. Richtung Westen erkennen wir die Ausläufer des Königsforsts und die ersten Stadtteile von Bergisch Gladbach. Nehmen wir uns die Zeit um diese wunderbare Sicht auszukosten, denn niemand hetzt uns!

Barbarakreuz Panorama

Panoramasicht vom Barbarakreuz auf dem Lüderich

Irgendwann müssen wir aber doch Abschied nehmen. Für den Rückweg steigen wir vom Kreuz ab, wandern den Weg vorbei an der Mariengrotte zurück bis zum Tor zum Bergwerksgelände, vor dem wir vorhin schon standen. Wir schreiten hindurch und betreten das Bergwerksgelände, das heute allerdings ein Golfplatzgelände ist. Der Golfplatz, der sich um den Lüderich herumlegt, wirbt damit, der „extremste Golfplatz Deutschlands“ zu sein und weist damit auf die enormen Höhenunterschiede zwischen Abschlägen und Löchern hin. Wir aber wollen nicht golfen, sondern wandern und stehen nach nur wenigen Schritten vor der Texttafel G des Bergbauwegs. Hier lesen wir interessante Informationen zum Bergwerk auf dem Lüderich. Wir umrunden nun das alte Förderhaus, in dem heute der Golfclub und ein Bistro (das Bistro ist öffentlich und bietet sich somit vielleicht für eine kurze Rast an) untergebracht sind. Dennoch sollten wir kurz zum großen Brunnen gehen und von hier aus den Förderturm in seiner ganzen Pracht anschauen. Es ist schön, dass er bis heute erhalten werden konnte!

Förderturm Grube Lüderich

Der Förderturm am ehemaligen Hauptschacht

Brunnen und Förderturm im Rücken gehen wir auf die Ausfahrt der Parkplatzanlage des Golfclubs zu. Sie führt auf eine Zufahrtsstraße. Gegenüber sehen wir Wegweiser zu „Tee 10“ und zur „Drivingrange“, sowie eine Waschanlage für alles, was Golfer so zu waschen haben. Wir gehen die Zufahrtsstraße nach links bergan, sehen schon bald wieder die rote Markierung mit der „15“ des Bergbauwegs und passieren ein großes Tor. An dem Tor steht die Hinweistafel „Erddeponie Lüderich“, die hier in direkter Nähe zum Golfplatz liegt. Am Tor vorbei steigen wir weiter bergauf bis wir an einer Art Wendehammer ankommen. Ein weiteres Tor liegt vor uns und dahinter beginnt die Erddeponie so richtig. Davor biegen wir aber mit der roten 15 („Bergbauweg“), der orangenen Markierung („Bergischer Weg“) und dem A1 nach rechts ab, unterqueren eine Hochspannungsleitung und laufen nun direkt an der Erddeponie entlang, die in diesem Bereich bereits rekultiviert wird. Der Weg gabelt sich, die uns vertrauten drei Markierungen sind nicht leicht zu erkennen, aber wir nehmen den linken, bergansteigenden Weg. Dieser stößt bald auf einen Querweg, auf den wir nach links einbiegen. „Bergbauweg“, „Bergischer Weg“ und „A1“ leiten uns weiter, der Weg ist breit und ermöglicht uns immer wieder weite Fernsichten nach links, während auf der rechten Seite der dichte Wald den Gipfel des Lüderichs verbirgt. Aber wir können am Horizont gegenüber schon die Kirche von Heiligenhaus erkennen und so erahnen, welche Strecke noch vor uns liegt. Nach einiger Zeit stößt von rechts ein Weg hinzu, wir halten uns halblinks auf dem breiten Weg, den bekannten Markierungen folgend. An der nächsten, dreiarmigen Kreuzung stehen ein Wegweiser des Bergischen Wanderlandes und gegenüber ein Stromkasten. Hier verlässt uns der Bergische Weg nach rechts. Wir gehen aber, dem A1 folgend, nach links, passieren nach einiger Zeit am linken Wegesrand ein einsames Häuschen im Wald und kommen dann zu einer Wegekreuzung. Hier gehen wir nach links, folgen der roten 15 und dem Winkel (>), während uns hier nun auch der A1 verlässt. Nach einigen Schritten ignorieren wir den Abzweig nach links und kommen an eine Kreuzung mit einem weiteren Wegweiser des Bergischen Wanderlandes. Hier kamen wir schon auf dem Hinweg vorbei. Der nun folgende kurze Abschnitt ist uns daher bereits bekannt: Wir folgen dem Hinweis „Rösrath-Hoffnungsthal (Rückweg)“ des Bergbauwegs, passieren den schönen Rastplatz am Waldrand, der uns bereits auf dem Hinweg aufgefallen ist, und erreichen wieder die Bebauung von Bleifeld. Vorbei an der Straße „Auf dem Brachfeld“ stehen wir bald erneut vor der Texttafel H, die wir schon auf dem Hinweg studiert hatten. Während wir auf dem Hinweg aus Richtung des Tals kamen, gehen wir jetzt aber geradeaus (die Straße trägt den Namen „Auf dem Steinacker“). Am folgenden Abzweig der Straße in Richtung Hoffnungsthal verlässt uns nun endgültig die rote Markierung 15 nach rechts, während wir über die Breider Straße geradeaus gehen und alsbald Bleifeld verlassen. Am Ortsausgangsschild geht links ein Feldweg ab in den wir einbiegen. Die Markierung mit dem Winkel (>) leitet uns weiterhin. Der Weg bringt uns zunächst leicht bergab, macht dann aber eine Rechtskurve (und umrundet dabei einen imposanten Strommast) und steuert dann zwischen Wiesen und Weiden auf die kleine Ortschaft Boddert zu.

Boddert

Boddert entgegen

In Boddert treffen wir auf eine Querstraße an dessen gegenüberliegendem Laternenpfahl es eine Menge Markierungen gibt: Der Winkel „2“ geht nach rechts, wir aber folgen dem Winkel „12“ nach links, wandern an schönen Fachwerkhäusern zu beiden Seiten vorbei und kommen an den Rand von Boddert. Hier geht die Straße in einen Feldweg über („Durchfahrt verboten“) und führt in einen Wald hinein.

Boddert

Schöner Wohnen in Boddert

Dort, wo uns der kühle Wald empfängt, sehen wir eine Bank und eine Schranke. Wir passieren nicht (!) die Schranke, sondern gehen geradeaus weiter (Winkel 12) über einen schmalen Weg durch den Wald hinab. Der Weg führt uns zurück ins Dresbachtal, wird zu einem Wiesenpfad und mündet auf eine kleine Straße, die nach wenigen Schritten auf eine größere Straße trifft. Hier, wo das Hinweisschild „Talstraße 58 – 60“, ein steinernes Wegekreuz, eine Bank und eine hölzerne Tafel mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen in Großdresbach“ stehen, waren wir auf dem Hinweg auch schon einmal. Nun müssen wir einen weiteren, sehr kurzen Abschnitt ein zweites Mal gehen. Wir gehen nach rechts. Die „Talstraße“ ändert schon bald ihren Namen in „Großdresbach“ und macht eine Linkskurve. Vor dem schönen Fachwerkhaus mit der Nummer 5 biegen wir, dem Winkel folgend, nach rechts ab. Auch die Markierung A1 gesellt sich wieder zu uns. Wir laufen nun auf den Talschluss des Dresbachtals zu. Zur rechten Seite zeigen sich bergansteigende Wiesen, links liegt dichter Nadelwald. Der Weg wird zunächst ein schmaler Trampelpfad und geht dann direkt in Wiese über. Durch das Gras, immer am Waldrand zur linken Seite, steigen wir bergan. Die Markierung A1 ist nicht so leicht zu erkennen. Auch der Abzweig nach links von der Wiese durch die Büsche hindurch erfordert etwas Aufmerksamkeit, doch genau diesen Abzweig müssen wir nehmen. Nun sind wir mitten im Wald, es geht immer weiter bergauf. Der Weg ist etwas uneben, der Wald wirkt ein wenig unaufgeräumt und nach den Markierungen „A1“ müssen wir etwas genauer Ausschau halten. Aber es ist nur eine kurze Strecke und wenn wir uns immer bergauf halten und ab und zu ein „A1“ entdecken, kann nichts schiefgehen. Dafür entschädigt uns gerade an heißen Sommertagen jetzt der kühle Schatten des Waldes. Nach einiger Zeit wird die A1-Markierung wieder zuverlässiger und führt uns bis an die Landstraße 84 heran, die wir vorsichtig überqueren und nach links folgen. Vorbei an der Einmündung „Großdorbusch“ (von hier aus folgen wir A1 und A2) geht es nun schnurstracks geradeaus, dem Fußweg parallel zur Straße folgend, auf Kleinschwamborn und dann auf Heiligenhaus zu.

Weg nach Kleinschwamborn

Das letzte Stück, vorbei an Kleinschwamborn und auf Heiligenhaus zu

Hinter Kleinschwamborn, dort wo nach links der Eibenweg abzweigt (den wir auf dem Hinweg genommen haben) können wir noch einmal linkerhand den Förderturm und das Barbarakreuz erkennen und voller Stolz staunen, welche Strecke wir zurückgelegt haben. Wir erreichen Heiligenhaus, den Kreisverkehr, biegen dort links ab in die Bensberger Straße und stehen nun wieder vor der schönen Rochuskapelle – unserem Ausgangspunkt, jetzt Zielpunkt unserer Wanderung! Damit endet auch unsere Reise von Sankt Rochus nach Sankt Barbara, unsere Reise von Heiligenhaus auf den Lüderich oberhalb von Steinenbrück, unsere Reise zu den Zeugnissen des Glaubens (Peter-Paul-Kapelle, Mariengrotte und Barbakreuz) und zu den Zeugnissen der Arbeit am Förderturm des Hauptschachts.

Symbole der genutzten Wanderwege

Markierungen der genutzten Wanderwege

Hier sind einige der Markierungen zu sehen, die uns auf unserer Wanderung begleiten. Oben links die Markierungen des Bergischen Wanderlandes (orange der „Bergische Weg“ und rot mit der Nummer 15 der „Bergbauweg“ ), dazu der SGV-Ortswanderweg A1. Oben rechts die Markierungen der SGV-Ortswanderwege A1 und A2. Unten links sind zusätzlich der Winkel (Verbindungswege des SGV) und das X (Fernwanderwege des SGV) zu sehen. Unten rechts sieht man, dass an einigen Stellen die Winkel mit Zahlen ergänzt werden (dies ist zum Beispiel in Boddert wichtig, wo zwei Winkel-Wege aufeinander treffen).

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Eric Jens Renneberg

Das Bergische Land ist meine Heimat! Ich liebe die Region, identifiziere mich mit ihr. Es gibt unheimlich viel zu entdecken und zu erwandern. Mühlen und Hämmer, schöne Dörfer und beachtliche Städte mit schönen (nicht nur „bunten“) Kirchen und viele wunderbare Wanderwege, die das alles miteinander verbinden. Besonders zieht es mich zu Aussichtstürmen und Talsperren – von beiden gibt es im Bergischen Land eine Menge. Auf meinen Wanderungen bin ich im gesamten Bergischen Land unterwegs, vor allem im Bereich südlich der Wupper, von Radevormwald bis Windeck, von Leichlingen bis Morsbach, von Niederkassel bis Wipperfürth, von den östlichen Stadtteilen Kölns bis nach Drolshagen, der ersten Stadt hinter der Bergischen Grenze im Sauerland. Ich liebe die Vielfalt, die diese Region bietet und die es nie langweilig werden lässt, hier auf Entdeckungstour zu gehen.
Eric Jens Renneberg
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